Buch „Zeit der Wahrheiten“ – Schauplätze Die Familienreederei Teil I

Weiter geht es mit den von Papensteins!

Buch „Zeit der Wahrheiten“ – Am 23. Februar 2024 erscheint im Wellengeflüster Verlag die Fortsetzung von „Die Familienreederei“. Im zweiten Teil geht es auf Kreuzfahrt, in den Heimathafen Travemünde und für wichtige Szenen auch auf die Sonneninsel Lanzarote.

Heute stelle ich Euch im Blogbeitrag einige der Schauplätze vor. Es gibt Hintergrundinformationen über die Entstehung des Buches und eine kleine, bisher unveröffentliche Leseprobe.

Buch „Zeit der Wahrheiten“ – Schauplätze Travemünde

Foto: Inspiration war die Mein Schiff Taufe 2016

Der zweite Teil des Kreuzfahrtfamilienromans startet mit der Taufe der Xaja, dem Neubau der Reederfamilien von Papenstein, in Travemünde. Thematisiert wurden die Taufplanungen bereits im ersten Teil „Stürmische Zeiten“. Ein wenig Inspiration gab mit dazu die Taufe der Mein Schiff 6 im Jahre 2016, zu der ich selbst an Bord war. Auch hier gab es ein Drehmannöver in der Travemünder Siechenbucht, die selbst Promikoch Johann Lafer den Schweiß auf die Stirn zauberte. Zum Glück konnte ich ihn damals beruhigen und dabei auch persönlich kennenlernen. Ein tolles Erlebnis.

Die Skulptur „Der Auseinandersetzer“ fasziniert mich schon viele Jahre und endlich fand ich eine passende Stelle im neuen Roman, den dieses Kunstwerk sehr gut ausfüllt. Nach der Taufe spazieren Lara und Manuel dort entlang. Wie immer drehen sich ihre Gespräche um die Familienreederei und um die Frage, wie und wo ihr künftiges Leben stattfinden soll. Wird es auf Lanzarote sein oder doch in Travemünde in der Reedervilla? Manuel findet, dass sie sich damit wirklich gründlich auseinandersetzen sollten.

Foto: Skulptur „Der Auseinandersetzer“ an der Hafeneinfahrt von Travemünde

Buch „Zeit der Wahrheiten“ – Schauplätze Kreuzfahrt

Foto: Die Jungfernfahrt der Xaja beginnt mit der Ausfahrt aus Travemünde

Die Ausfahrt mit einem Kreuzfahrtschiff aus Travemünde durfte ich schon einige Male erleben. In der Fortsetzung startet die Jungfernreise der Xaja in Richtung Nordland natürlich ab meinem Heimathafen. Immer sind dabei auf der Mole viele Schaulustige, die den Kreuzfahrtschiffen winken. Im neuen Buch winken von dort Lara und Manuel, denn nachdem Reeder Wilfried von Papenstein seine Tochter wieder nicht zur Kapitänin bestellt hat, zieht diese es vor, an Land zu bleiben. Ich kann das gut verstehen 🙂 .

Trotzdem kommt Lara noch in den Genuss im neuen Werk, ein Schiff zu steuern. Ihr Zwillingsbruder Lars und ihre Oma Irma fliegen nach Lanzarote, um Lara zurück nach Hause zu holen. Dafür reisen sie mit der Mari nach Fuerteventura und als Kapitän Hansen Lara anbietet, die Mari zu steuern, ergreift sie sofort die Gelegenheit. Was später ihr Vater Wilfried dazu sagen wird ist eine ganz andere Geschichte.

Foto: Lara steuert die „Mari“ in den Hafen von Fuerteventura, Foto Quelle Pixabay

Buch „Zeit der Wahrheiten“ – Schauplätze Lanzarote

Foto: Famara Beach – der Surferstrand

Einige, wichtige Handlungen im zweiten Teil spielen auf Lanzarote. Am Famara-Beach gibt Manuel Surfunterricht und ich habe mich so gefreut, als ich im November 2023 auf die Insel flog, diesen Schauplatz persönlich einfangen zu können. Es herrschte ein munterer Wind und Sufer waren jede Menge da.

Lara, Manuel und Laras Freundin Petra zeigen Lars an einem Tag ein wenig von der Insel Lanzarote. Fehlen darf dabei natürlich nie das eindrucksvolle Vulkangebiet. Lars ist aber nicht nur von der Insel Lanzarote fasziniert, sondern auch von Petra. Eine Nacht verbringt er auf der Insel und in Bezug auf Petra wird sie ihm zum Verhängnis, aber wer kann schon etwas gegen Liebe auf den ersten Blick ausrichten?

Foto: Auch ins Timanfaya-Gebiet geht es im Buch

Eine kleine Leseprobe

Kapitel 3  

Der Patriarch kehrt zurück nach Travemünde

Es war Mitte Juli und ein warmer Sommertag im Ostseeheilbad Travemünde, als das Taxi vor der gelben Reedersvilla in der Kaiserallee hielt. Sofort öffnete sich die weiße, geschwungene Eingangstür des Hauses und die Kinder Maja und Max sprangen jubelnd dem Fahrzeug entgegen. „Opa, Opa“, riefen sie aufgeregt. In einigem Abstand und eher zögerlich folgten Lars, Irma und Sarah. Wilfried bezahlte den Taxifahrer, der ihn vom Hamburger Flughafen aus nach Travemünde gefahren hatte. Schließlich stieg er aus dem Fahrzeug und hielt kurz inne. Er nahm ein kräftiges Möwengeschrei wahr und konnte das nahe Meer riechen. Das hatte er so intensiv noch nie in seinem Leben wahrgenommen.

Wilfried strahlte, als er die schwarze Firmenlimousine entdeckte, die auf beiden Seiten den Schriftzug Reederei von Papenstein – wir bringen frischen Wind in Ihre Kreuzfahrt trug. Genau, frischer Wind ist das, was ich jetzt auch brauche nach diesem Reha-Theater, dachte er. Als Nächstes hüpften die Kinder an seinen Hosenbeinen abwechselnd hoch und runter. Er nahm beide zugleich auf den Arm und gab ihnen Küsschen auf die Wange. Das war noch nie vorgekommen und dementsprechend zuckten die Kinder für einen kurzen Augenblick zurück, aber ihm fiel es nicht auf.

„Wie groß ihr geworden seid“, staunte Wilfried.

„Na, du warst auch lange weg, Opa“, war die kesse Antwort von Maja.

„Du bist voll dünn geworden“, meinte Max und deutete auf Wilfrieds Bauch.

Dieser lachte. „Das gute Essen im Schwarzwald, dann ständig diese aufgezwungenen Sporteinheiten, ihr glaubt ja gar nicht, wie ich mich auf Tamaras Küche freue.“ Die Begrüßung im Anschluss von Irma und Sarah fiel ebenfalls mehr als herzlich aus, während Lars damit beschäftigt war, dem Taxifahrer mit dem umfangreichen Gepäck zu helfen. Das Taxi brauste schließlich davon. Wilfried ging auf Lars zu und klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter. „Da bin ich wieder, mein Junge.“

„Gut siehst du aus“, freute sich Irma. „Du hast aber wirklich schön abgenommen.“

„Ja, ja, der Hasenstall“, Wilfried grinste und Sarah dachte das erste Mal in ihrem Leben, dass ihr Schwiegervater sogar sympathisch wirken konnte, wenn er wollte.

Irma hakte sich bei ihrem Sohn unter. „Komm, wir gehen in den Garten. Tamara hat extra zur Feier des Tages deinen geliebten Erdbeerkuchen gebacken und ich denke, dass du nun endlich nach den vielen Wochen auf das Meer blicken magst.“ Wilfried nickte. Das war ein Empfang nach seinem Geschmack. „Ich kann heute das Meer sogar riechen. Das konnte ich noch nie. Seltsam, oder? Gibt es auch Sahne für den Kuchen?“

„Klar“, Sarah hatte Tamara ein wenig in der Küche geholfen und eigenständig die Sahne für den Reeder geschlagen.

„Du warst wirklich lange weg“, meinte Lars und schleppte hinter Irma und Wilfried mit Sarah die Koffer in die imposante Eingangshalle des Gebäudes.

Köchin Tamara, die schon viele Jahre bei den von Papensteins im Dienst war, erschien. Sie weinte ein paar kleine Tränen und fiel dem Reeder um den Hals. Auch das hatte es noch nie gegeben. Wilfried erwiderte die Umarmung herzlich und die Familie begab sich auf die Terrasse des Anwesens. Gerade verließ eine Fähre nach Finnland den Hafen von Travemünde und Wilfried gab bekannt: „Jetzt weiß ich, was mir gefehlt hat. Die Schiffe, das Meer und natürlich ihr alle. Da nützt die beste Reha nichts.“ Nach einer ausgiebigen Kaffeezeit im Garten der Reedersvilla fanden sich Lars und Irma auf Wilfrieds Wunsch hin in den Büroräumlichkeiten der Reederei im 1. Stock mit ihm ein. Lars legte seinem Vater den Ordner mit der Organisation der Tauffeierlichkeiten vor. Wilfried begann sofort akribisch darin zu blättern. „Sieht alles gut aus“, fand er, „wann kommt Lara zurück nach Hause?“

Seine Stimme klang dabei so beiläufig, als ob er sich nach dem abendlichen Fernsehprogramm erkundigte. Lars und Irma tauschten einen langen Blick. Sekundenlang herrschte eine angespannte Stimmung im Raum. Schließlich begann Irma zu sprechen: „Nun, Lara ist mit ihrem Freund Manuel nach Lanzarote gereist.“ „Meine Frage war nicht, wo sie ist, sondern wann sie kommt, um wie in der Presse angekündigt, die Zwillings-Tauffeier mit Lars durchzuführen.“ Wilfried lehnte sich in seinem bequemen Ledersessel zurück. Kurz dachte er an seinen spartanischen Holzstuhl in der Reha-Klinik. Irgendwie war diese Zeit für ihn schon wieder weit weg und er schielte auf den Barschrank.

Lars trat mehr als nervös von einem Fuß auf den anderen. „Ich glaube nicht, dass Lara zur Taufe nach Hause zurückkehren wird.“ Wilfried schaffte es, überrascht auszusehen. „Warum nicht?“ „Sie nimmt es mir persönlich übel, dass ich versucht habe, sie mit Sven wieder zusammenzubringen.“

Wilfried begann mit den Fingern auf dem Tisch zu trommeln, wie immer, wenn ihm etwas nicht passte oder es nicht nach seinen Plänen ging. „Aber das ist doch jetzt wirklich die allerbeste Idee. Der Junge ist wieder frei, hat eine ansehnliche Firma und er hat nie wirklich aufgehört, Lara zu lieben. Ich sehe schon eine große Hochzeitsfeier in unserer Villa. Sven wird Lara auf Händen durch das Leben tragen, ganz sicher.“ Er schaffte es perfekt, den harmlosen Wolf im Schafspelz zu spielen.

Irma trat auf Wilfrieds Schreibtisch zu. In ihren Augen blitzte es gefährlich, was ihr Sohn natürlich bemerkte. „Wilfried, es reicht jetzt. Lara liebt Manuel. Es ist an der Zeit, dass du das akzeptierst. Lara fühlt sich von Lars hintergangen, deshalb ist sie weg. Und das Ganze war ja nicht unbedingt Lars‘ Idee, wie ich erfuhr.“ Nun stand Wilfried auf, schritt zum Barschrank und schenkte sich einen Cognac ein. Irma und Lars sahen sich hilflos an, doch keiner wagte ein Wort zu sagen. In aller Ruhe nahm er einen großen Schluck und schenkte sich gleich noch mal nach. „Gut, wenn das so sein muss“, Wilfried vollführte eine kunstvolle Drehung mitten im Raum. „Aber, ihr schafft mir Lara pünktlich zur Taufe heran, habt ihr das verstanden? Ihr habt sie schließlich auch vertrieben, oder nicht?“

Er nahm genussvoll einen weiteren, langen Schluck vom Cognac und blickte Irma und Lars über den Rand seiner Brille mit einem strengen Blick an. Irma fühlte eine unbändige Wut auf ihren Sohn, doch natürlich wusste sie, dass jegliche Aufregung ihm gegenüber vermieden werden sollte, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Sie ging zu Lars, fuhr ihm sanft durch seine braunen, kurzen Haare und meinte: „Wir setzen uns deswegen nach dem Abendessen mal allein zusammen, ja?“ „Natürlich, Irma“, war seine Antwort und seine Großmutter konnte an der Tonlage erkennen, dass ihr geliebter Enkel mehr als unter Schock stand. Dann nahm sie Wilfried das leere Glas aus der Hand. „Das reicht jetzt. Du sollst den Alkohol unbedingt meiden, aber das weißt du eigentlich selbst.“

Lars und Irma verließen den Raum mitsamt dem Glas und mit hängenden Köpfen, als Wilfried ihnen noch nachrief: „Hauptsache, Lara kommt nach Travemünde und wenn sie diesen alternden Hippie unbedingt mitbringen muss, dann ist das so. Aber beim Taufevent will ich ihn nicht an Bord sehen, klar?“ Dann setzte der Reeder sich wieder an seinen Schreibtisch und starrte auf die Ostsee. „Hier passiert, was ich wünsche“, sagte er leise zu sich selbst. „Und ich will schließlich für Lara und die Firma nur das Beste.“

Sein Blick blieb an dem großen Porträt seines Vaters Heinrich hängen. Intensiv blickte er in seine Augen. „Du“, er deutete mit dem Zeigefinger auf Heinrich, „mochtest Sven auch leiden. Eine von Papenstein schleppt keinen alternden Hippie in die Familie, der auf irgendeinem Aussteigertrip ist. Der will sich doch nur in ein gemachtes Nest setzen und ist vermutlich zusätzlich scharf auf einen Adelstitel. Das fehlt mir gerade noch!“ Wilfried bekam keine Antwort von dem Bild und so setzte er sich wieder an den Schreibtisch und begann weiter in den Unterlagen zu den Tauffeierlichkeit zu blättern. Sehr genau sah er sich das nautische Manöver in der Siechenbucht an, das Lara berechnet hatte. Es war aus seiner Sicht perfekt geplant und berechnet. Wilfried lächelte …

Euch haben die Schauplätze und die Leseprobe gefallen? Vorbestellungen für den zweiten Teil, Die Familienreederei – Zeit der Wahrheiten, sind hier bereits möglich. Teil II der Schauplätze, Hintergründe und auch eine neue, kleine Leseprobe gibt es auf meinem Blog am 28. Januar 2024.

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