AIDAperla – Drei Mann „auf“ einem Boot

Reise- und Erkundungsbericht einer Kurzreise

Unter dem Motto „AIDAperla – Drei Mann „auf“ einem Boot“ stach Gastautor Mike Pfeffer im Oktober 2019 zu einer Kurzreise ab Hamburg in See. Im heutigen Blogbeitrag könnt Ihr seine Erfahrungen zu Land und zu Wasser nachlesen.

Grundsätzlich sind meine Frau und ich Liebhaber der kleineren Kreuzfahrtschiffe. So sind wir schon mit der AIDAcara, Vita, Aura, MS Hamburg, MS Berlin, MS Astor und auch mit der Amadea unterwegs gewesen. Aber auch schon mit der OASIS, der Mein Schiff 3 und allen AIDA Sphinx-Klassen. Nach einem Besuch als Fanexperten waren wir während des Hafengeburtstages 2017 in Hamburg von AIDA Cruises zu einer Besichtigung auf die AIDAprima eingeladen und wenig von dieser angetan. Zu wenig Außenbereiche, enge Gänge in den Restaurants, Minigolfplätze (wurden inzwischen abgebaut) die Liegeflächen verstellten und, und, und. Einzig das Kochstudio hatte uns von Anfang an begeistert.

Nachdem wir uns dann doch nach langem Überlegen entschlossen, im April 2021 die Transatlantik Route von La Romana nach Hamburg mit der AIDAperla zu buchen, war es für mich klar, das Schiff auf einer Kurzreise Hamburg > Rotterdam > Hamburg, vorher mit zwei Freunden kennen zu lernen.

AIDAperla – Start in Hamburg

Foto: AIDAperla – die lanai bar wurde zum Lieblingsplatz

Nachdem wir am Samstag, den 12. Oktober 2019 die Koffer vor dem Hauptbahnhof in Hamburg abgegeben hatten, fuhren wir mit dem AIDA Shuttle Bus zum Schiffsanleger Steinwerder. Da wir einer der ersten Gäste waren, verlief das Einquecken sehr schnell und nach 20 Minuten waren wir bereits an Bord. Kapitän unserer Reise war der allseits bekannte Boris Becker.

Die AIDAperla wurde in Nagasaki / Japan gebaut und 2017 in Dienst gestellt. Schiffslänge ist 300m und die Schiffsbreite 37,6m. Sie hat 1.643 Gästekabinen sowie 12 Restaurants und 18 Bars auf 18 Decks. Im Gegensatz zu den kleineren Kreuzfahrtschiffen, war das schon eine andere Dimension.

Schon das Auslaufen vom Terminal Steinwerder war nach der obligatorischen Seenot Rettungsübung etwas Besonderes. Langsam fuhr die Perla vom Schiffsanleger nach einer Rechts-Links Kurve hinaus auf die Elbe. Vor uns die HANSEATIC Inspiration von Hapag Lloyd Cruises, welche am Vortag in Hamburg getauft wurde. Die Typhone beider Schiffe liefen auf Hochtouren, als wir die Elbe abwärts Richtung Nordsee fuhren.

Zum Abendessen konnten wir zwischen 5 Buffet-Restaurants (Bella Donna, East, Fuego, Markt und Weite Welt Restaurant) wählen. Wir entschieden uns für das Weite Welt Restaurant und bekamen auch zu dritt sofort einen Tisch. Die Auswahl an Speisen war sehr gut und auch die Qualität hervorragend. Natürlich herrscht gleich nach der Öffnungszeit Gedränge an den Buffets. Diesem entgingen wir dadurch, dass wir ungefähr 10  – 15 Minuten warteten, ein Glas Wein tranken und erst dann zum Buffet aufbrachen. In diesen Restaurants sind die Getränke wie Wein, Bier und Soft Drinks inklusive.

Danach besuchten wir im Theatrium auf Deck 8 die Show „Viva 90s“ mit dem AIDAperla Showensemble. Den im Beachclub stattfindenden Welcome-Sekt mit General Manager Marcel David und Entertainment Manager Nico Luckhof strichen wir und gingen stattdessen auf einen Schlummer Drink in die am Heck des Schiffes befindliche „lanai bar“, die sich über die ganze Breite der AIDAperla erstreckt. Da wir auch lieber im Freien sitzen, wurde diese Bar auch in den folgenden Tagen unser Lieblingsplatz auf dem Schiff.

AIDAperla – Seetag am Sonntag

Foto: AIDAperla – „Racer-Test“ am Seetag

Am Sonntag, 13.10.2019, dem ersten Seetag von Hamburg nach Rotterdam hatte ich genug Zeit das Schiff näher kennen zu lernen. Nach dem Frühstück im East Restaurant  ging es daran, die sechs verschiedenen Shops auf Deck 6 & 7 der AIDA Plaza zu besuchen. Ob Travel- Sport- AIDA Shop, Parfümerie oder Wohnen & Schenken, findet der kaufwillige Kreuzfahrer alles was sein Herz begehrt. Danach besuchte ich die Destination Präsentation von Rotterdam, um mir einige Tipps zu holen.

Der Vormittag verging wie im Fluge und nun war es Zeit für den Bayrischen Frühschoppen im Brauhaus auf Deck 7. Schweinsbraten, Ente und Weißwürste ohne Ende aber auch Vegetarische Menüs standen auf der Speisekarte. Im Brauhaus sind die Speisen Inklusive, nur die Getränke sind extra zu bezahlen. Am Nachmittag testete ich dann den Racer. Eine Wasserrutsche mit zwei Röhren die teilweise undurchsichtige, aber auch durchsichtige Teile hat. So geht es von Deck 18 rasant um den Schornstein bis runter auf Deck 15, wo die Fahrt im Wasserbecken endet. Für Kinder, Jugendliche aber auch für Erwachsene ein großer Spaß.

Negativ war auf dieser Reise für mich der Beachclub. Durch die Jahreszeit (Oktober) fand man keine freie Liege und der Lärm war enorm. Nachmittag gab es im Theatrium und dem French Kiss Restaurant Kaffee und Kuchen. Zum Abendessen gingen wir heute ins Buffet Restaurant Bella Donna, wo wir bei italienischen Schmankerl den „Hunger“ stillten. Nachdem uns der Weißwein am Vortag überhaupt nicht mundete, probierten wir heute den Rotwein, der uns sehr gut schmeckte. Dann war es Zeit für das Theatrium, wo das AIDAperla Showensemble die Beatles-Show „Come together“ präsentierte. Die Sänger und Tänzer waren sehr gut und wir wurden bei den bekannten Hits richtig mitgerissen. Danach ließen wir den Abend wieder in der lanai-bar am Heck des Schiffes ausklingen.

AIDAperla – Spaziergang in Rotterdam

Foto: AIDAperla – Morgenstimmung in Rotterdam

Am Montag, den 14.10.2019 liefen wir schon sehr früh in Rotterdam am World Port Center ein. Mein erster Blick vom Balkon traf die wunderschön beleuchtete Erasmus Brücke. Heute wollten wir die Stadt in Eigenregie besuchen und machten uns nach dem Frühstück auf Richtung Euromast. Über die 808 Meter lange Erasmusbrücke, die sich nach uns kurz für ein Segelschiff öffnete, spazierten wir an der Maas entlang durch den sehenswerten mit alten Bäumen bepflanzten „Het Park“ zum Euromast.

Das Ticket für den Lift kostet € 10,50 und war nur mit Karte zu bezahlen. Auf der Aussichtsplattform angekommen, hat man einen fantastischen Rundblick auf Rotterdam und die Umgebung. Auch die AIDAperla konnte man in ihrer ganzen Pracht sehen. Zurück gingen wir über die Westzeedijk Straße vorbei am Leuvehaven Richtung Fußgängerzone zur Grote Kerk. Diese wurde von 1952 – 1968 wieder aufgebaut. Gleich daneben befindet sich die futuristisch anmutende Markthalle. Während im Inneren sich Marktstände und Restaurants drängen, befinden sich oben in der abgerundeten Halle Wohnungen. Irgendwie abgefahren.

Foto: Hotel New York Rotterdam

Wenn man die Halle durchquert, kommt man zum nächsten Hingucker. Die vom holländischen Architekten Piet Blom entworfene Wohnanlage mit seinen würfelartigen gelben Blöcken, ist wohl eine der kultigsten Sehenswürdigkeiten von Rotterdam. Es gäbe sogar die Möglichkeit, einer Übernachtung oder Besichtigung. Leider gab es schon eine lange Menschenschlange, sodass wir zurück entlang der Boompjeskade zur AIDAperla spazierten.

Sehr sehenswert ist auch das Hotel New York gleich neben der Anlegestelle. Das Gebäude, war einst der Sitz der Holland-Amerika-Linie, dessen Schriftzug auch noch von dem Gebäude herunter strahlt. Bis in die frühen Siebzigerjahre gingen hier viele Passagiere an Bord von Schiffen, die meistens mit Ziel New York, ausliefen. Die Fassade des Gebäudes ist durch Erker, Türme, Balkone und schöne Verzierungen gekennzeichnet. Nach diesem anstrengenden Tag gönnten wir uns im Bedienrestaurant „Casa Nova“ ein 3-gängiges Menü. Hier waren auch nur die Getränke zu bezahlen. Danach gab es noch im Theatrium die Show „AIDA Stars in Concert“. Kurz schauten wir noch bei der „Silent Party“ im Beachclub vorbei und ließen den Abend wieder in der lanai-bar ausklingen.

AIDAperla – auch am 2. Seetag gab es viel zu sehen

Foto: AIDAperla – Künstlerprobe im Theatrium

Über Nacht lagen wir noch im Hafen von Rotterdam. Am Dienstag, den 15.10.2019, verließen wir schon früher als eigentlich geplant den Hafen von Rotterdam. Da alle Passagiere an Bord waren, ließ Kapitän Boris Becker schon gegen 6 Uhr früh ablegen und die AIDA Perla „schlich“ langsam auf der Maas Richtung Nordsee.

Heute konnten wir noch ein letztes Mal das Schiff kennen lernen. In den Shops war heute Hochbetrieb. Viele nutzten den Seetag, um letzte Einkäufe und Souvenirs für die daheim gebliebenen zu besorgen. Ich bummelte danach durch die „Four Elements“ und landete im Heck am „Skywalk“. Dieser befindet sich beidseitig auf Deck 15 des neuen AIDA Flaggschiffs, direkt an den Glasfahrstühlen, die von Deck 7 bis Deck 15 reichen. Der Skywalk besteht komplett aus Sicherheitsglas, ich konnte also nicht nur nach vorne und nach hinten schauen, sondern auch in die Tiefe. Für Leute mit Höhenangst allerdings nicht zu empfehlen.

Danach besuchte ich die Kunstauktion im Theatrium. Zum Mittagessen probierte ich heute die heiße Ecke aus, wo es laut AIDA die beste Currywurst auf den Weltmeeren gibt. Auf jedenfall hat sie sehr gut geschmeckt und ich muss gestehen, ich holte mir noch eine Zweite…! Als ich danach wieder im Theatrium vorbei kam, probten gerade die Artisten und es war interessant zuzuschauen. Eigentlich wollte ich mir noch die „Spray Bar“ auf Deck 7 anschauen, aber da streikten meine Männer. Ich werde das wohl mit meiner Frau nachholen müssen.

Bevor es zum Abendessen ging, wurde es Zeit, auch mal den Koffer zu packen. Zum Essen gingen wir heute ins Bedienrestaurant „French Kiss“, wo ich die Fischsuppe nur wärmstens empfehlen kann. Auch hier sind nur die Getränke extra zu bezahlen. Im Theatrium sahen wir uns noch die Show „Let`s Get Loud“ an und schauten kurz beim Alpenglühn im Brauhaus vorbei. Danach gingen wir noch zur Verabschiedung durch GM Marcel David und EM Nico Luckhof in den Beach Club. Der Tagesabschluss fand natürlich wieder in der lanai-bar statt. Am frühen Morgen legten wir wieder am Schiffsanleger Steinwerder in Hamburg an.

Mikes Fazit

Foto: AIDAperla in Rotterdam

Man sollte nie, nie sagen. Ich war sehr skeptisch vor der Reise mit einem so großen Kreuzfahrtschiff. Positiv waren für mich die vielen Möglichkeiten der Freizeit Gestaltung. Aber auch die große Auswahl an Buffet Restaurants, wo wir immer einen Platz zu Dritt fanden. Sehr gut fand ich die Bedienrestaurants Casa Nova, French Kiss und Brauhaus, wo nur die Getränke zu bezahlen sind. Die Shows waren fantastisch und auch die Vielfalt der Shops haben mir gut gefallen. Die lanai-bar am Heck auf Deck 7 war unser Highlight. Negativ fand ich dagegen den Beachclub. Sehr laut, meist überfüllt und schlechte Luft. Allgemein betrachtet einfach zu wenig Außenbereiche. Aber, wenn man sich auf das Schiff einlässt, wird man einen schönen Urlaub verbringen können.

Lieber Mike, ich danke Dir für diesen schönen und wertvollen Reisebericht!

Alle Fotos in diesem Beitrag wurden mir von Mike Pfeffer zur Verfügung gestellt.

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