Die Wohnmobiltour Teil I- Kreuzfahrer auf neuen Wegen?!

Lisi und Volker auf Deutschlandtour!

Die Wohnmobiltour! Im Winter, als wir uns mal wieder mit den Urlaubsplänen beschäftigten, kam uns der Gedanke, es nochmal mit einer Tour mit Wohnmobil zu versuchen. Wir hatten 2015 bereits erste Erfahrungen mit dieser Urlaubsform gesammelt. Damals hatten wir ursprünglich die Idee, in die Provence und Camargue zu fahren. Auf der Reisemesse in Hamburg im Februar hatten wir per Zufall einen Anbieter gefunden, der entsprechende Angebote hatte: Per Flugzeug nach Marseille, dort das Fahrzeug übernehmen und los gehts.

Da wir seit 2004 überzeugte Kreuzfahrturlauber sind, war es also absolutes Neuland für uns, aber wir waren total angefixt von dieser Idee und dachten irgendwann darüber nach, dass es schlau sein könnte, die allerersten Erfahrungen vielleicht lieber auf deutschen Straßen zu sammeln. Gesagt, getan. Beim gleichen Anbieter haben wir nachgefragt und für fünf Tage ein Wohnmobil gemietet. Wir sind dann zur Insel Poel, über Lübeck, Neustadt/Holstein, Hohenfelde, Kappeln nach St Peter-Ording gefahren. Es war soweit eine gute Sache, lediglich das Wetter im Juli 2015 war wenig sommerlich und bei Rückgabe des Wohnmobils hatten wir etwas Stress mit dem Vermieter, was uns das Ganze ziemlich vermiest hatte, so dass alle weiteren Pläne auf Eis gelegt wurden.

Die Wohnmobiltour – erste Schritte

Soweit zur Vorgeschichte! Wie erwähnt, kamen wir aber im Winter zurück auf diese Urlaubsform. Schnell war die Idee geboren, eine Tour durch Deutschland zu machen und auf diesem Wege Freunde und Volkers Tochter in ihrem neuen Zuhause in Freiburg zu besuchen. Ein paar WhatsApp-Nachrichten, später stand fest, dass es im Mai losgehen sollte: Die Pfalz, Freiburg, Bodensee und Starnberger See standen fest. Alle haben sich über unsere Pläne gefreut. Volker suchte schon fleißig nach einem guten Anbieter bei uns in der Nähe und wurde schnell fündig. Die erste Kontaktaufnahme sowie Angebote, Terminfindung, Auswahl des Wohnmobils waren flugs gemacht. Der Vermieter machte einen ausgesprochen netten Eindruck, welcher sich dann beim Vororttermin auch bestätigte, sodass wir gleich Nägel mit Köpfen machten und 10 Tage im Mai buchten.

Rückblick auf die letzte Kreuzfahrt vor dem Lockdown

Foto: Die letzte unbeschwerte Kreuzfahrt vor Corona

Im Februar sind wir dann aber erstmal zu unserer lang geplanten Kreuzfahrt mit der AIDAblu von den Seychellen über Madagaskar, Mauritius und La Réunion zurück auf die Seychellen aufgebrochen. Corona wähnten wir hier noch in weiter Ferne. China war weit weg, die ersten Fälle in Deutschland zwar bekannt, aber davon waren wir ja noch nicht betroffen. Wir konnten unseren Urlaub glücklicherweise noch völlig unbeschwert verleben. Lediglich ein paarmal Fiebermessen vor dem Landgang und Desinfektionsmatten auf La Réunion waren die ersten Vorboten. Als wir am 27.02. wieder gut zuhause angekamen, waren wir darüber erstmal froh, denn die Nachrichten zum Thema Corona hörten sich zunehmend bedrohlicher an. Die Ereignisse fingen an, sich zu überschlagen, bis am Freitag, den 13.03.20 weitestgehend alle aktuell anstehenden Kreuzfahrten abgesagt wurden.

Das, was kein Mensch anfangs gedacht hatte und wahrhaben wollte, wurde Ernst. Die Nachrichten kannten nur noch ein Thema, die Bilder hallen noch lange nach. Einschränkungen, Social Distancing, Homeoffice, Masken begleiten seit dem unseren Alltag. Wir kommen damit weitestgehend gut klar, wenngleich es auch viele Momente gab, wo sich alles sehr surreal anfühlte und wir gar nicht glauben wollten, wie sehr und wie schnell sich unsere Welt gerade veränderte.

Die Wohnmobiltour – der usprüngliche Termin musste verschoben werden

Foto: Nicht nur als Kreuzfahrer ein gutes Team

Dennoch ging das Leben weiter. Ruhiger, verändert, aber dennoch für uns absolut akzeptabel. Und der für den 22.05.20 geplante Wohnmobil Start rückte auch langsam näher, sodass wir nicht umhinkamen, uns nähere Gedanken zu machen, wie bzw. ob unser Urlaub stattfinden konnte. Die Lage war damals noch unklar, die ersten Lockerungen wurden eingeführt. Wir kamen bald zu dem Schluss, dass es sich für uns nicht so sehr gut anfühlte, zu dem geplanten Termin zu starten. Ein Telefonat mit unseren Freunden bestärkte uns darin, den Urlaub zu verschieben. Schnell war beim Blick auf den Kalender, die Urlaubsplanung der Kollegen usw. ein Ersatztermin zwei Monate später gefunden. Unser Wohnmobilvermieter war glücklicherweise sehr entgegenkommend und so konnten wir völlig unkompliziert auf den 11.07.20 verschieben. Schnell waren alle Freunde informiert und abgestimmt, auch hier waren alle einverstanden und die grobe Planung stand. Je zwei Nächte in der Pfalz, in Freiburg, am Bodensee und am Starnberger See plus je einen Zwischenstopp auf dem Hin- und auf dem Rückweg.

Die Wohnmobiltour und ihre Routenplanung

Somit hatten wir uns ein wenig Zeitpuffer verschafft und konnten sukzessive ans Feintuning gehen. Volker kümmerte sich um mögliche Stellplätze und übernahm hier die Reservierungen, ganz ungewohnt, aber auch sehr angenehm für mich, bin doch sonst ich bisher bei unseren Reisen weitestgehend für die Planung zuständig gewesen. So blieb mir die Aufgabe, mich um die möglichen Strecken zu kümmern. Schnell war Eisenach als erstes Ziel auserkoren, wollte ich doch schon immer mal auf die Wartburg und durch die TV-Serie „Familie Dr. Kleist“ hatte ich sowieso ein Bild vor Augen. Für den Rückweg fiel die Wahl auf Bad Kissingen, hier war ein schöner Platz nahe der Autobahn ausschlaggebend und zu meiner Freude stellte ich fest, dass auf dem Weg dorthin Rothenburg ob der Tauber am Weges- bzw. Autobahnrand liegt, auch eines von vielen Zielen, wo ich schon immer mal hinwollte. Wir fühlten uns gut vorbereitet, hatten alle Stellplätze vorreserviert. Anders hätten wir uns auch nicht wohlgefühlt.

Die Wohnmobiltour, auf dem Weg nach Eisenach!

Foto: Lisi und Volker quer durchs Land unterwegs

Dann kam der Tag der Tage. Mit dem Vermieter war vereinbart, das Wohnmobil am Freitag um 17h abzuholen. Schnell waren die Formalitäten und eine gründliche Einweisung erledigt und wir machten uns mit unserem neuen Zuhause auf Zeit auf den Heimweg. Am nächsten Morgen brachten wir alle Klamotten im Waschkorb runter, welch ein praktisches Packen! 🙂 Waren wir doch sonst auf Kofferpacken abonniert. Die Befestigung der Fahrräder auf dem Fahrradträger dauerte dann doch etwas länger, sodass wir eine Stunde später als geplant loskamen, aber das war jetzt ja mal nicht so wichtig, auch ein ganz neues Gefühl. So starteten wir zur Autobahn, durch den Elbtunnel auf der A7 gen Süden. In Friedland verließen wir diese, um über Land nach Eisenach zu kommen. Das Wetter war prima und ich habe immer wieder aus dem Fenster schöne Fotos gemacht.

Die Wohnmobiltour – Ziel Wartburg

Foto: Wer auf die Wartburg will, muss einen steilen Aufstieg in Kauf nehmen

Unser Platz in Eisenach lag in einem Industriegebiet am Stadtrand. Schnell den Strom angeschlossen und die Räder startklar gemacht, hatten wir ja noch die Wartburg als Ziel. Über Google Maps die Route gestartet, nur ein paar Kilometer durch die Stadt und rauf!  Wir hatten nicht so ganz auf dem Schirm, dass es ganz ordentlich bergan ging und ohne Schwung hilft bei starker Steigung das beste Pedelec nichts. Ich musste schieben. Leider war auch der gewählte Weg nicht der optimalste, vorsichtig ausgedrückt. Zeitweise war es nur noch ein Trampelpfad, aber aufgeben galt nicht. Aber, ganz schön anstrengend war es doch. Letztlich erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Burg, der Rest war nur noch zu Fuß möglich. Also ein Plätzchen zum Anschließen suchen, um dann festzustellen, dass wir in der Eile vergessen hatten, den Schlüssel mitzunehmen! Schöner Mist! Volker verzichtete also großzügig und ich machte mich allein auf den Weg. Schade, aber letztlich nicht änderbar. Oben habe ich die tollen Ausblicke in die Umgebung genossen. Die Burganlage ist schon sehr schön und beeindruckend! Also eine schnelle Runde gedreht, ein paar Fotos gemacht und zurück zu meinem Mann.

Für den Rückweg wählten wir dann doch lieber die Straße. Wir sind ein wenig kreuz und quer durch die Stadt gefahren, am Bachhaus vorbei, am Lutherhaus, über den Marktplatz. Langsam wurde es auch Zeit, uns Gedanken um das Essen zu machen. Großartig Lust auf Einkehren hatten wir aber nicht mehr. So haben wir schnell beim Supermarkt Baguette, Tsatsiki, Würstchen, Käse und Bier geholt und haben dann vor dem Wohnmobil unseren kurz vorm Urlaub noch besorgten Klapptisch und die Campingstühle aufgebaut und es uns gut gehen lassen. Die erste Nacht war gemütlich.

Die Wohnmobiltour brachte ein ganz neues Urlaubsgefühl

Foto: Lisi und Volker „kreuzen“ mal anders

Den ersten mit Wasserkessel und Filter auf althergebrachte Art und Weise aufgebrühten Kaffee (Mitbringsel von lieben Nachbarn aus Südafrika) ließen wir uns im Sonnenschein schmecken. Herrlich! Ein völlig neues Urlaubsgefühl. Nach dem Frühstück brachen wir zu unserem nächsten Ziel Jockgrim in der Südpfalz auf, ein Besuch bei unseren lieben AIDA-Freunden Ellen und Peter. Unterwegs wieder schöne Gegend, diverse Fotos, liebevolle detaillierte Wegbeschreibung via WhatsApp durch Peter sowie ein herzliches Willkommen! Es war sooo schön, die Zwei wiederzusehen! Wir hatten hier sogar das Glück, das Wohnmobil auf der Einfahrt stehen lassen zu können inkl. Stromanschluss. Perfekt! Später fuhren wir nach Birkweiler zu einem tollen Restaurant. Wir saßen in einem Innenhof mit Weinreben! So wie man sich das in der Pfalz so vorstellt. Sehr leckeres Essen, toller Wein und ein schöner Verdauungsspaziergang durch die Weinberge.

Foto: Pfalz pur bei blauem Himmel

Die Wohnmobiltour! Fortsetzung folgt! Und zwar hier im Blog bei Kreuzfahrtautorin am 11.11.20!

Wer mehr über die Wartburg erfahren möchte, clickt hier.

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2 thoughts on “Die Wohnmobiltour Teil I- Kreuzfahrer auf neuen Wegen?!

  1. Michelangelosreiseerinnerungen.blogspot says:

    Unsere Tour ging durch die kanadischen Rocky Mountains, ein absoluter Traum.

    • Brina Stein says:

      Hallo Michael, ja, das glaube ich gern, wow! Viele Grüße Brina

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