Seegang auf Kreuzfahrten – Tipps aus 24 Jahren auf dem Meer
Der Seegang fährt immer mit!
Seegang auf Kreuzfahrten – seit 24 Jahren bereise ich nun schon die Meere dieser Welt. Seegang gehört natürlich dazu und heute im Blogbeitrag, teile ich meine Erlebnisse und Tipps mit Euch zu diesem Thema.
Erfahrt, was passiert, wenn das Schiff anfängt zu tanzen und „hallo“ sagt.
Seegang auf Kreuzfahrten – aber was ist eigentlich Seegang?

Seegang entsteht, wenn Wind und Wellen beschließen, gemeinsam Party zu machen. Manchmal ist es eine gemütliche Kaffeerunde, manchmal eine Techno-Nacht. Die Wellen können dabei ganz unterschiedlich sein:
- Dünung: Die entspannte Welle, die schon seit Stunden unterwegs ist.
- Windsee: Die Welle, die gerade erst beschlossen hat, heute besonders motiviert zu sein.
- Querwellen: Der Moment, in dem du merkst, dass Dein Cocktail plötzlich eigene Pläne hat.
Viele moderne Schiffe haben Stabilisatoren – kleine Flügel, die das Schaukeln reduzieren. Aber auch die können nicht zaubern. Zumindest nicht immer. Ich habe selbst schon alle Varianten an Seegang erlebt, aber den Stärksten hatte ich im vergangenen Oktober nach der Ausfahrt aus Hamburg mit der MS Finnmarken in Richtung Stavanger. Mit dem kleinen Schiff befand ich mich 24 Stunden in einem Wellental und dabei ging nicht nur ein Teller im Restaurant zu Bruch.
Seegang auf Kreuzfahrten – meine Tipps gegen Seekrankheit

Die richtige Kabinenwahl
- Mittschiffs und auf niedrigen Decks ist es am ruhigsten
- Außenkabinen mit Blick auf den Horizont helfen vielen
Verhalten an Bord
- Viel frische Luft
- Blick auf den Horizont statt auf das Handy
- Leichte Bewegung des Körpers, statt sich ins Bett zu legen
Essen & Trinken
- Leichte Kost wählen
- Ingwer (Tee, Bonbons)
- Ausreichend Wasser trinken
Hilfsmittel
- z.B. Akupressur-Armbänder
- Tabletten gegen Seekrankheit vor der Reise kaufen
Natürlich war auch ich schon einmal seekrank. Aber tatsächlich nur einmal vor vielen Jahren auf der Überfahrt von Marseille nach Barcelona. Im Golf von Lyon herrschen oft starke Winde wie z.B. der Mistral aus dem Rhonetal vor. Ich habe mich tatsächlich mit einer Flasche Mineralwasser ins Bett gelegt und den rechten Fuß auf den Kabinenboden gestellt. So kam ich gut durch die Nacht.
Seegang auf Kreuzfahrten – Tipps ihn zu genießen

Der Seegang ist nicht nur ein Feind. Er kann auch ein Freund sein – oder zumindest ein unterhaltsamer Mitreisender. Anbei ein paar Beispiele:
- Das sanfte Wiegen der Wellen ist besser als jede Einschlaf-App
- Die Stimmung an Deck bei stärkerem Seegang ist magisch – ein bisschen Drama, ein bisschen Abenteuer und man kommt schneller mit dem Mitreisenden ins Gespräch
- Fotos von Wellen, Wolken und Gischt sind echte Hingucker
Und mal ehrlich: Eine Kreuzfahrt ohne Seegang ist wie ein Kino ohne Popcorn – geht, aber irgendetwas fehlt, was man später den Lieben daheim berichten kann.
Seegang auf Kreuzfahrten – Anekdoten aus 24 Jahren

Bei meiner ersten Kreuzfahrt im Jahr 2002 hatte ich keinen Seegang, aber beim Stopp in Lissabon – nach vier Tagen an Bord – schwankte ich an Land, als ich in einem Geschäft Jeans anprobierte. Dieses Schwanken haben sehr viele Passagiere bei ihrer ersten Kreuzfahrt. Ich hatte es danach nie wieder.
Krass war auch der Seegang mit hohen Wellen bei meiner Weltreise 2015 rund um den Süden von Australien. Das Seebeben war durch einen ausgebrochenen Vulkan in Vanuatu entstanden. Während es vielen Crewmitgliedern nicht gut ging, genoss ich munter Getränke in der Bar.
Reichlich Seegang hatte ich auch 2023 an Bord der Ocean Majesty, als ich nach der Pandemie endlich wieder mit meinen Seereisen startete. „Karibisches Flair im Ärmelkanal“ war das Reisemotto, doch anstatt die schönen Kanalinseln zu erkunden, fuhren wir nur tagelang nur hin und her über den Ärmelkanal bei hohen Wellen und entsprechenden Bewegungen des kleinen Schiffes. Da ging durchaus in der Nacht schon mal der Kleiderschrank auf und die Klamotten flogen raus.
Seegang auf Kreuzfahrten – mein Fazit

Seegang gehört einfach zu einer Seereise und macht Kreuzfahrten erst richtig lebendig. Nach 24 Jahren auf See kann ich sagen: Seegang ist kein Grund zur Sorge, sondern ein Teil des Abenteuers. Mit ein bißchen Wissen, Humor und Gelassenheit wird aus dem Schaukeln kein Problem – sondern eine Geschichte, die man später an Land erzählt oder ich in meinen Büchern verwende. Und Tipps zum Vorbeugen von Seekrankheit habt Ihr durch mich erhalten.
Wer sich noch näher über das Thema Seegang informieren möchte, dem empfehle ich die Blogseite von Meeno Schrader, Diplom Meterologe.
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