Mit dem YogaSchiff auf die Ostsee – ein Erfahrungsbericht

Yoga mit Meerblick ab Travemünde

Ab Travemünde unternahm ich eine Ausfahrt mit dem YogaSchiff von Steffi Kinter vom Yogazentrum- Travemünde.

Was ich in vier Stunden an Bord erlebte und warum Yoga auf einem Schiff eine ganz besondere Erfahrung ist, könnt Ihr im heutigen Blogbeitrag lesen.

Das YogaSchiff – der Start

Foto: Die Hansine DN 121 im Hafen von Travemünde

Es ist der 12. Juli 2019 und als ich in Travemünde am Ostpreußenkai eintreffe, regnet es Bindfäden. Ehrlich gesagt, kann ich mir jetzt nicht vorstellen, gleich auf die Ostsee mit einem Schiff hinauszufahren. Doch Steffi Kinter und ihr Team sind bereits dabei, die Hansine FN 121 – ein 120 Jahre alter Haikutter – zu beladen und es scheint fast so, als ob sie die dunklen Wolken gar nicht bemerken.

„Wir Ostseekinder sind doch nicht aus Zucker!“ – hatte Steffi noch eine Stunde vorher bei Facebook gepostet und so gebe ich mir einen Ruck und betrete mit einem großen Schritt das schöne alte Schiff. An Deck stapeln sich Yogamatten, Getränke und auch die belegten Brötchen werden rasch noch eingeladen. Gegen 15 Uhr sind die 20 Teilnehmer dieses Yoga-Törns an Deck versammelt und die Hansine ist zur Abfahrt bereit. Bevor wir ablegen, führt Skipper Olaf eine detaillierte Sicherheitseinweisung durch. Dabei stellt er auch die 5köpfige Crew der Hansine vor und Steffie selbst erklärt den Teilnehmern den Umgang mit den Rettungswesten.

Foto: Skipper Olaf mit Steffi Kinter

Das YogaSchiff – die Ausfahrt

Foto: Passage der Viermastbark Passat bei der Ausfahrt aus Travemünde

Pünktlich legen wir also ab und obwohl es regnet, ist die Ausfahrt aus dem Hafen von Travemünde wie immer ein Highlight! Das Yogateam hat inzwischen Kaffee, Tee und Kekse bereit gestellt und Steffi verteilt Kopftücher in den Farben Pink oder Lila. Sie erklärt auch, wie man diese bindet, um die perfekte Kopfbedeckung daraus zu machen. Dabei lernt sie die Namen der Teilnehmer, denn persönliche namentliche Ansprache wird bei ihr groß geschrieben. Auf dem YogaSchiff ist man übrigens per „du“.

Foto: Die Farbe Pink ist das Markenzeichen von Steffis Yogazentrum

Nachdem wir die Nordermole passiert haben, hört es tatsächlich auf zu regnen. An Deck ist aber noch alles nass. Ich bin froh, zwei Teilnehmerinnen aus Hamburg kennen zu lernen, die mir einen Platz auf ihrer trockenen Yogamatte anbieten. Maike und Nicole sind das erste Mal auf dem YogaSchiff dabei. Sie haben die begehrten Eintrittskarten bei einem Gewinnspiel bei Facebook gewonnen. Über Yoga-Erfahrung verfügen sie aber bereits. Ich komme mit weiteren Passagieren ins Gespräch und stelle fest, dass viele Mitfahrer nicht das erste Mal dabei sind. Eine Teilnehmerin verrät mir, dass sie schon das dritte Mal mitfährt und immer Pech mit dem Wetter hatte. Ihr Ziel ist es nun, so lange den Yoga-Törn zu buchen, bis mal die Sonne scheint. Diese fröhliche Lebenseinstellung beeindruckt mich.

Foto: Die beiden Gewinnerinnen Maike und Nicole an Bord mit Regentropen auf der Kamera

Das YogaSchiff hat Segel gesetzt

Foto: Die „Lisa von Lübeck“ unter Segeln auf der Ostsee

Wir fahren auf die Ostsee hinaus und die Crew der Hansine setzt Segel. Viel Wind weht nicht, aber es ist spannend, dem Team zuzusehen. Einige andere Schiffe sind um uns herum, so auch die „Lisa von Lübeck“, die ich für das Foto unter vollen Segeln ablichten kann. Wenn größere Schiffe in der Nähe sind, merke ich jede Welle. Ab und an macht der Skipper den Motor an, um den Wellengang auszugleichen. Der Regen hat inzwischen komplett aufgehört und der Himmel wird merklich heller. Die Yoga-Teilnehmer genießen mit mir die Ausblicke auf die ruhige Ostsee und sind in Gespräche vertieft.

Als Steffi schließlich den Beginn der Yoga-Einheit ankündigt, suche ich mir einen guten Boebachtungplatz am Heck des Schiffes. Ganz unkompliziert komme ich dabei auch mit der netten Crew in Kontakt, die inzwischen den Motor des Schiffes abgestellt hat und sorgsam darauf achtet, das wir beim Dümplen nicht zu nahe an das Brodtener Ufer kommen. Crewmitglied Inga erzählt mir, dass die Crew komplett ehrenamtlich für die Hansine tätig ist. Sie selbst kam vor vier Jahren zu einem Yogatörn von Steffi an Bord und verliebte sich auf Anhieb in den alten Haikutter. Seitdem ist sie in dem Verein „Haikutter Hansine“ aktiv.

Foto: Das YogaSchiff setzt Segel

Das YogaSchiff – Yoga auf dem Meer

Foto: Hautnah dran an den Yogis

Mucksmäuschen still ist es an Bord der Hansine, als Steffi schließlich mit dem Yoga-Part beginnt, der insgesamt 90 MInuten dauern wird. Die erfahrene Trainerin startet zunächst mit einigen Atemübungen. Ich erfahre, was die Übung „Kanonenatmen“ bewirkt. Weiter geht es mit einigen energieaufladenden Übungen, zum Beispiel „Die 8 Bewegungen der Wirbelsäule“, die auf Steffis Anraten auch mal eben unauffällig im Alltag im Büro gemacht werden können. Die Yogis wirken auf mich alle hoch konzentriert und die einzigen Geräusche sind ab und an ein paar Wellen und der Küstenfunk, der natürlich beim Skipper eingeschaltet ist.

Die kleinen Wellen, die durch vorbeifahrende Boote entstehen, geben den Übungen oft das Salz in der Suppe und führen zwischendurch auch schon mal zu Gelächter, denn die Standpositionen beim Yoga sind auf normalem Boden oft schon eine Herausforderung. Steffi hat alle Teilnehmer, die quer über das Deck verteilt sind, gut im Blick. Immer wieder fragt sie nach, ob es ihren Teilnehmern gut geht. Dann stehen einige Partnerübungen auf dem Programm. Vielen Kursteilnehmern ist warm geworden von den ersten Einheiten und sie lassen ihre Jacken fallen. Tatsächlich wird es während der Yoga-Sequenz immer wärmer und die Sonne setzt sich schließlich komplett am Himmel durch.

Foto: Partnerübungen auf den Planken der Hansine

Nachdem sich die Teilnehmer gegenseitig ausgeklopft haben und einheitlich über das Deck tönen, kommen die Yogamatten schließlich noch zum Einsatz. Dabei sucht der eine oder andere Teilnehmer zur Erdung den Kontakt zum Schiffsboden. „Das Schiff fühlen“, nennt Steffi es. Die Yoga-Einheit wird mit dem üblichen „Namaste-Gruß“ von ihr beendet, der auch an die Crew geht. Diese wirft den Motor der Hansine an und schippert ein wenig von der Küste weg, der wir doch recht nah in den letzten anderthalb Stunden gekommen sind.

Das Yoga-Schiff – der Ausklang

Foto: Verdiente Stärkung nach den Übungen für die Teilnehmer

Es herrscht eine spürbare relaxte Stimmung an Bord. Das Team rund um Steffi zaubert aus der Küche frischen Salat, Antipasti, belegte Brötchen und ein wenig Schokolade hervor. Das schmeckt den Teilnehmern doppelt gut auf See. Als Getränke wird Wasser, Eistee und auch wieder Kaffee gereicht. Gemeinsam isst man und schaut dabei abwechselnd auf Land und Wasser. Die Sonne strahlt inzwischen vom Himmel und ich sage zu Steffi: „Ihr habt den Regen weggeyogat.“ Sie freut sich über meine Begeisterung.

Ich setze mich zu Hans-Peter, der ursprünglich aus der Schweiz stammt und heute in Bad Segeberg wohnt. Er ist der einzige Mann heute in der Yoga-Runde. Er erzählt mir sehr aufgeschlossen, dass er bei Steffi bereits eine Yogalehrer-Ausbildung von mehr als 300 Stunden erhalten hat. Außerdem ist er Singer und Songwriter. Dies stellt es später mit seiner Gitarre untere Beweis und spielt neben eigenen Liedern auch „I ´am sailing“. Ein großartiger Moment mit Gänsehaut-Feeling. Als wir schließlich die Nordermole wieder passieren, stehen viele Menschen an Land und winken den Rosa-Kopftuchträgerin zu. Diese grüßen enthousiastisch zurück.

Foto: Musikalische Törn-Untermalung von Hans-Peter

Das YogaSchiff – mein Fazit

Die vier Stunden auf der Ostsee vergingen wie im Fluge. Auch wenn ich nur als Beobachterin an Bord war, konnte ich die Faszination dieser indischen Lehre hautnah fühlen. Ich traf viele interessante und aufgeschlossene Menschen auf der Tour, die spannende Geschichten zu erzählen hatten. Steffi und ihr Team haben durch ihre natürliche Art zusätzlich eine angenehme Atmosphäre geschaffen und die Crew der Hansine hat den nautischen Part hervorragend und unkompliziert gemanagt. Bleibt mir nur zu sagen: Namaste für einen schönen maritimen Nachmittag!

Foto: Steffis Abschiedsgruß

Information

Der Yoga-Törn kostet 75 EURO pro Person und beinhaltet die beschriebenen Leistungen des Blogbeitrags. Seit 2014 führt Steffi dieses Event jährlich ein paar Mal durch. Ihre Yoga-Schule in Travemünde besteht seit 2013. Im Juli und August 2019 gibt es noch freie Plätze auf den Yoga-Törns zum Sonnenuntergang. Hier geht es zur Webseite des Yogazentrums-Travemünde, den Terminen und der Buchungsmöglichkeit.

Ich wenig verliebt habe ich mich in die „Hansine“. Der Haikutter, erbaut 1898,  bietet aktuell zur Travemünder Woche, die am 19. Juli 2019 beginnt, auch Mitsegel-Törns an. Hier geht es zum Fahrtkalender der Hansine zu allen Touren in der Übericht.

Foto: Skipper Olaf bei der Arbeit

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