Eppsteiner Burgfräulein – die ersten 100 Tage

Ein exklusives Interview mit Nathalie I.

Eppsteiner Burgfräulein – die ersten 100 Tage ihrer Amtszeit sind Anfang Dezember vorbei gewesen und heute zieht Nathalie I. in einem Interview für meinen Blog eine erste Bilanz. 

Lest selbst, was sie erlebt hat, was das Amt eines Burgfräuleins auszeichnet und welche besondere Funktion ihr Junker Patrick hat.

Eppsteiner Burgfräulein – ihre Aktivitäten

Foto: Beim Apfelweinfest in Homberg-Ohm

Liebe Nathalie, ich habe mitbekommen, dass Du in Deinen ersten 100 Tagen wahnsinnig viel unterwegs warst. Kannst Du uns heute einmal ein wenig darüber berichten und vor allem, wie Du das zeitlich alles schaffst?

Natürlich, gern berichte ich darüber. Ich war mit meinem Junker Patrick bisher bei 11 Veranstaltungen. Wir hatten das Glück, dass die Mehrheit der Veranstaltungen auf Wochenenden fiel. Patrick und ich arbeiten nach Regelarbeitszeit von Montag bis Freitag und so konnten wir alle Termine einrichten. Nur vereinzelt mussten wir bisher Urlaub beantragen. Meine Terminorganisation übernimmt glücklicherweise Nicole Mackovic, weshalb wir nur abgleichen müssen, ob die Tage frei sind oder nicht. Uns war von Anfang an klar, dass wir Eppstein nicht nur nach innen, sondern auch nach außen repräsentieren.

Die erste Veranstaltung war das „Eppsteiner Burgfest“ am Sonntag, den 31. August, bei welchem
ich inthronisiert wurde und Malva I. aus Königstein kennenlernen durfte. Das Burgfest ist tatsächlich das
Event des Jahres, was wir auch mit der „Eppsteiner Rotte“ jährlich besuchen, weshalb es fester Teil
unserer Terminplanung ist. Normalerweise mischen Patrick und ich zum Burgfest bei der Rotte bei
Ausstellungen oder Kampfvorführungen mit, was diesmal natürlich nicht möglich war, weil wir pünktlich
zu meiner Inthronisierung sein mussten.

Am Samstag, den 13. September, fand der nächste Termin statt, wo ich von 18:00 Uhr bis 23.00 Uhr auf
dem „Eppsteiner Weinfest“ anwesend war. Hier konnten wir leider nicht früher kommen, weil wir vorher noch privat auf einem Mittelaltermarkt in Dreieich waren. Aber, wir trafen den Eppsteiner Bürgermeister
Alexander Simon, die Ortsvorsteherin Eva Waitzendorfer-Braun und die Chefin der Burgschauspieler, Juliane Rödel.

Mein  erstes größeres Event – außerhalb von Eppstein – war die Inthronisierung der Homberger Apfelkönigin Isabel I. am Sonntag, den 19. Oktober beim „Apfelfest- und Flüssig“ in Homberg-Ohm. Entgegen unserer Erwartungen fiel das Fest deutlich größer aus und ich durfte die Bekanntschaft mit fast 40, wirklich sehr lieben Hoheiten aus Hessen machen und erste Verbindungen vor dem Hessischen Hoheitenempfang im November knüpfen. Die Apfelkönigin Isabel I. ist eine wirklich sympathische, herzensgute und liebe Person und ich hoffe, dass ich sie öfter zu Gesicht bekommen darf. Besonders gut verstanden habe ich mich auch mit der Büdinger Froschkönigin Tabea-Isabel I., die selbst begeisterter Mittelalter-Fan ist und mich gleich auf ihren Weihnachtsmarkt in Büdingen im Dezember
eingeladen hatte.

Die Hoheiten Tabea-Isabel I. und Lisa-Maria I. wären dieses Jahr auch gern meiner Einladung zu unserem
Eppsteiner Weihnachtsmarkt am 14. Dezember gefolgt, sind aber plötzlich erkrankt und konnten deshalb nicht erscheinen.
Um so glücklicher war ich, dass Malva I. meiner Einladung folgen konnte.

Der November war voller und planerisch etwas aufwendiger, weil wir an einem Wochenende bei vier Veranstaltungen waren. Begonnen hatte das Wochenende mit dem „Bundesweiten Vorlesetag“ an der Burgschule Eppstein am Freitag, den 21. November ab 08:00 Uhr, für den wir uns extra einen Urlaubstag genommen hatten und bei dem wir mit Freude Kindern aus Sagen und Erzählungen vorlasen und später
noch einer riesigen Schlange an Kindern Autogrammkarten schrieben.
Am selbem Tag folgte dann ab 18:00 Uhr der Eppsteiner Neubürgertreff zusammen mit dem Eppsteiner
Bürgermeister. Auch dort hatten wir einige sehr schöne und informative Gespräche. Die nächsten Termine für den informativen Neubürgertreff sind jeweils freitags am 17.April,19. Juni und den 18.
September 2026 geplant.

Foto: Hoheiten-Empfang im Schloss Biebrich
Foto: Nathalie I. auf der Eppsteiner Büchermesse (BS)

 

Am Samstag, den 22. November desselben Wochenendes waren wir ab 10:00 Uhr beim Hessischen
Hoheitenempfang in Wiesbaden, ein Event, bei dem der Hessische Ministerpräsident jährlich allen
Hessischen Hoheiten für ihr ehrenamtliches Engagement dankt. Da wir am selben Tag aber auch die erste Büchermesse Eppsteins nicht verpassen wollten, verweilten wir beim Hoheitenempfang nur bis ca. 14:00 Uhr (und entsagten einem wirklich köstlich aussehenden Buffet), damit wir pünktlich um 15 Uhr bei der Büchermesse sein konnten. Vor Ort nahmen wir uns viel Zeit, um bei den verschiedenen Ständen der Autoren zu stöbern und tatsächlich bin ich dort als Sagen-und Thriller-Fan gut fündig geworden und habe insgesamt fünf Bücher erworben. Außerdem haben wir dort auch Ali (Cole Brannighan) wiedergetroffen, welchen wir vor etwa zwei Jahren kennengelernt und als Eppsteiner Rotte bei einem Videodreh als Darsteller unterstützt hatten.

Der Monat Dezember war terminlich auch etwas voller. Das erste Event war am Samstag, den 06.12.2025, bei dem wir ab 14:30 der Einladung von Tabea-Isabel I. zum Büdinger Weihnachtsmarkt folgten. Vor Ort hatten wir den Nikolaus, zusammen mit anderen Hoheiten, beim Verteilen von Geschenken unterstützt und später noch mit der Mittelalter-Tanzgruppe Danse-Liut und den anderen Hoheiten einen Mittelalter-Tanz erlernt und vorgeführt. Dort haben wir auch Malva I. und Lisa-Maria I. wiedergetroffen und hatten viel Spaß.

Einen Tag später, am Sonntag, den 07.12. waren wir ab 17 Uhr beim Weihnachtskonzert des Hessischen Ministerpräsidenten im Kurhaus Wiesbaden zu Gast und erfreuten uns über den wohltuenden Klang des
Musikkorps der Bundeswehr und des Landesjugendchors Hessen.
Das nächste große Event war die Woche darauf der Eppsteiner Weihnachtsmarkt, wo wir zusammen mit Malva I. anwesend waren. Ich habe auf dem Markt eine kleines, selbst verfasstes Gedicht vorgetragen, eine Rede gehalten, Zipfelmützen, Süßigkeiten und natürlich Autogrammkarten verteilt. Verkauft – gegen Spenden – habe ich exklusiv Weihnachtskarten des Burgvereins mit denen wir die Finanzierung der Sanierungsarbeiten des Mainzer Kellers unterstützen möchten.

Das letzte Event dieses Jahr war dann das vierte Adventsfenster am Samstag, den 20.12., wo ich als
Gast zuerst ein weiteres selbst verfasstes Gedicht vortrug, bevor ich zusammen mit meinem Junker
Patrick die restlichen 9 Weihnachtkarten verkauft und weitere Autogrammkarten verteilt hatte.
Tatsächlich haben wir alle Karten verkauft und so einen Spendenbetrag von insgesamt 130
Euro für den Mainzer Keller gesammelt! Danke an alle Unterstützer dafür! Ich freue mich, dass die Aktion so viel Zustimmung erhalten hat.
Besonderen Dank richte ich hier auch an Philipp Bilz von Artsofphilo als Fotografen, Spectacoolhair als Friseur und die Eppsteiner Zeitung als Printstelle aus, welche die drei Sponsoren dieser Aktion waren.

Foto: Hoheiten unter sich auf dem Weihnachtsmarkt in Eppstein

Eppsteiner Burgfräulein – ihr Styling

Foto: Nathalie I. frisch gestylt von Spectacoolhair (BS)

Neulich haben wir uns zufällig bei unserem Friseur Spectacoolhair getroffen. Stylt er Dich vor jedem
offiziellen Termin und wie lange dauert das immer so?

Ich erinnere mich daran! Da ich sehr viel unterwegs bin, lasse ich mich nicht für jeden Termin von
Spectacoolhair stylen, auch wenn er mir versichert hat, dass er mich immer gerne stylt. Für ein wirklich
tolles Styling braucht er nur etwa eine Stunde (Make-Up und Frisur inklusive).
Ich mache mir darüber im Vorfeld sehr viele Gedanken und mach es von verschiedenen Faktoren
abhängig, u.a., ob die Veranstaltungen „draußen“ oder „drinnen“ stattfinden, es eher trocken vor Ort
ist oder viel Feuchtigkeit zu erwarten ist, zu welchen Uhrzeiten ich vor Ort sein muss und ob ich mich an
dem Tag nach einem aufwendigen Make-Up fühle oder ich es schlichter bevorzuge.

Wenn ich mich selbst style, brauche ich auch ca. eine Stunde, dann ist es natürlich nicht so perfekt, wie professionell gemacht,
aber so kann ich die Wegezeiten etwas verkürzen, indem ich direkt von Zuhause aus losfahre und bin
dann zeitlich auch etwas flexibler. Vielleicht erkennt ja auch der ein oder andere den Unterschied, wenn
ich mich selbst style oder Markus mich gestylt hat? Haltet gerne die Augen offen! 🙂

Eppsteiner Burgfräulein – die Top-Frage an die Hoheit

Foto: Nathalie I. bei ihrer Krönung im August 2025 auf Burg Eppstein

Auf der Eppsteiner Büchermesse habe ich gesehen, dass die Leute immer viele Fragen an
Dich haben, wenn sie Dir in Deiner Funktion begegnen. Was wollen sie denn immer so wissen
und gibt es eine Top-Frage, die Du permanent gestellt bekommst?

Die aktuelle Top-Frage ist tatsächlich noch, wer ich bin, warum ich so gekleidet bin und was ich so
mache. Das zeigt mir, dass wir genau richtig damit liegen, auf so vielen Veranstaltungen, wie nur möglich
zu sein. Das macht die Antwort aber auch einfacher.

Sonstige Fragen waren häufig, wie alt ich bin (Schätzungen reichen derzeit von 16 bis 25 Jahren ;-), ratet
doch gerne mal mit), was ich beruflich mache, was man als Burgfräulein so tut und außerhalb
Eppsteins auch, wo Eppstein liegt und was es dort so zu sehen gibt. Wer die Antworten dazu möchte,
fragt mich gern, wenn ihr mich trefft!

Eppsteiner Burgfräulein – Rückblick auf 2025

Foto: Nathalie I. beim Bundesweiten Vorlesetag in der Burgschule Eppstein

Blicken wir jetzt auf das Jahr 2025 zurück. Welches Erlebnis war in Deiner Funktion das Schönste
bisher für Dich?

Für mich gibt es nicht das schönste Event bisher, sondern 2 Lieblingserlebnisse. Einmal meine
Inthronisierung, als ich erlebt habe, wie viele Kinder mich freudestrahlend sofort kennenlernen wollten
und wie groß der Andrang bei meiner Autogrammstunde war und dann sicherlich beim Vorlesetag, als ich gesehen hatte, wie viel Spaß die Kinder hatten und wie groß das Interesse der Kinder war.
Aber bisher hatte ich wirklich viele schöne weitere Erlebnisse.

Eppsteiner Burgfräulen – Ausblick auf 2026

Foto: Auch das berühmte Kohlemeilerfest in Eppstein-Ehlhalten plant Nathalie I. für einen Besuch ein (BS)

Der Jahreswechsel ist nun wirklich zum Greifen nahe. Auch in 2026 wirst Du noch bis
August als Eppsteiner Burgfräulein in und um Eppstein herum unterwegs sein. Magst Du uns
einen kleinen Ausblick auf Deine Termine geben?

Gerne. Mein erster fester Termin nächstes Jahr wird voraussichtlich der Eppsteiner Neujahresempfang am 18.01.2026 sein. Dort wird auch Luise I. für ihr Engagement letztes Jahr geehrt werden und es ist dort
ein Interview mit mir vorgesehen.
Der nächste fest geplante Termin wird das Höfefest in Eppstein Bremthal am 10.Mai 2026 sein. Wir haben aber auch vor, zum Kohlemeilerfest in Eppstein-Ehlhalten und zum Hessentag in Fulda im Juni zu
erscheinen.

Wahrscheinlich werden wir aber auch zwischenzeitlich bei weiteren Terminen, teilweise in Eppstein, aber teilweise auch außerhalb bei Veranstaltungen anderer Hoheiten anwesend sein.
Manche Terminanfragen kommen auch erst einen Monat oder auch eine Woche im Voraus. Wer mich als Verein zu einem Termin einladen möchte, kann eine Einladung an burgfraeulein@burgverein-eppstein.de senden. Mein letzter Termin in 2026 soll der 30.August beim Eppsteiner Burgfest sein, wenn das nächste Burgfräulein ihr Amt antritt.

Bitte vervollständige noch diese drei Sätze für unsere Leser:

Foto: Nathalie I. und ihr Junker Patrick beim Weihnachtskonzert in Wiesbaden

 

Das Eppsteiner Burgfräulein zu repräsentieren, bedeutet für mich…
…die ehrenwerte und schöne Aufgabe zu haben, Wissen weiterzugeben, Freude zu verbreiten und viele
neue Menschen kennenlernen zu dürfen.

Ich liebe Eppstein, weil …
…es historisch, architektonisch und landschaftlich so vieles zu bieten hat. Ich war schon immer
Liebhaberin von Altbauten, geschichtlichen Bauwerken sowie Wäldern und Hügellandschaften. Eppstein
hat all das zu bieten, was man sich unter einem malerischen, märchenhaften Städtchen erträumt. Ein
kleines Stückchen Geschichte ist überall zu finden. Außerdem habe ich gelernt, dass man beim Studium
der Eppsteiner Geschichte so vieles zur Geschichte anderer Städte erfährt, wie man es nie erwartet hätte. Herr Dr. Picard trägt dazu natürlich einen erheblichen Anteil bei der Bewahrung dieses Wissens bei.

Meinen Junker Patrick immer in der Nähe zu haben ist ein großes Glück, da …
… er alles mitbringt, was ein Junker braucht. Patrick weiß, wie er mich ermutigt, aus mir herauszugehen, wenn ich zaghaft bin und weiß, wie er mich beruhigen kann, wenn etwas schief läuft. Er weiß außerdem alles, was mir entfallen sein mag, bringt mir alles, was ich brauche, trägt alles, was ich gerade nicht tragen kann, repariert alles, was mir kaputt geht und ist für viel Blödsinn zu haben, weshalb die
Veranstaltungen noch mehr Spaß machen. Außerdem glaubt er an mich, falls ich es nicht tue.
Und in einer solchen Rolle braucht jeder, der so ein Amt trägt, einen solchen Unterstützer an seiner Seite, welcher einem das Gefühl gibt, mehr zu können, als man vorher dachte und einem die Mittel gibt, eine bessere Version seiner selbst zu sein.

Liebe Nathalie, vielen Dank, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast und meine Fragen so intensiv beantwortet hast. Ich wünsche Dir und Patrick einen guten Start in ein spannendes und gesundes Jahr 2026! Habt weiterhin viel Spaß in Deiner weiteren Amtszeit und wir sehen uns bestimmt auf dem einen oder anderen Event. 

Alle Fotos, die nicht mit BS gekennzeichnet sind, wurden mir von Nathalies Terminplanerin und Betreuerin Nicole Mackovic freundlicherweise für diesen Blog zur Verfügung gestellt. Das Titelbild zeigt Nathalie I, Junker Patrick, Bürgermeister Alexander Simon und Nicole Mackovic beim Neubürgertreff auf dem Wochenmarkt.

Zur Instagramseite des Eppsteiner Burgfräuleins geht es hier.

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Das Eppsteiner Burgfräulein – Nathalie I.

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