Von Jamaika nach Hamburg mit der AIDAluna – Reisebericht Teil I

Die maritime Buchautorin Clara Gabriel – Kreuzfahrtliebe – begab sich im März auf ihre achte Transatlantiktour mit der AIDAluna von Jamaika nach Hamburg.

Die Karibikexpertin berichtet heute als Gastautorin im Blog über neue Hafenterminals, interessante Strandausflüge, Folgen des Hurricans Irma und das Himmelsphänomen, den grünen Blitz. Clara machte nicht nur Urlaub an Bord, sondern sie arbeitete auch an ihrem dritten Band der Kreuzfahrtliebe.

Von Jamaika nach Hamburg – 24 Tage Ententeich

Vom 10.03. – 03.04.2019 waren wir an Bord der AIDAluna, um mit ihr den Atlantik zu überqueren. „Wir“ waren mein Mann und ich, sowie knapp über 2.000 andere Passagiere. Bis auf eine Handvoll Reservekabinen waren fast alle Kabinen belegt. Trotzdem wirkte das Schiff nicht, als sei es beinah ausgebucht, was am Reisetermin deutlich vor den Osterferien lag. Insgesamt waren nur 22 Kinder an Bord, der Altersdurchschnitt lag bei 61 Jahren. Maximale Belegung hat das Schiff nur, wenn die dritten und vierten Betten in den Kabinen genutzt werden, wie wir beim Hotel-Talk an einem der Seetage erfuhren. Deshalb herrschte, verglichen mit anderen Reisen, deutlich weniger Gedränge am Buffet und es waren auch immer ausreichend freie Liegen und Liegestühle vorhanden.

Von Jamaika nach Hamburg – Grand Turk bot den grünen Blitz

Die eigentliche Transtalantik-Reise wurde in zwei Varianten angeboten. Da wir uns für die 24-tägige Reise entschieden hatten, verbachten wir die ersten sechs Tage in der Karibik auf der Route, die die Luna den Winter über befahren hatte. Nach dem Ablegen in Montego Bay und einem Seetag war unser erster Stop Grand Turk. Da wir dort noch nie waren, freuten wir uns auf eine neue Insel und einen neuen Anlaufhafen. Grand Turk gehört zur Inselgruppe Turks and Caicos und ist de facto winzig. Vom Oberdeck eines Schiffes betrachtet, ist das Inselchen im wahrsten Sinne des Wortes überschaubar. Deshalb verbrachten wir unseren Tag am Strand, der direkt gegenüber des Schiffes liegt, wodurch sich die AIDA als Fotomotiv nahezu aufdrängte.

Karibik
Foto: Karibik-Feeling pur

Neben dem kristallklaren Wasser in Karibik-Blau verbinde ich mit Grand Turk auch direkt mein absolutes Highlight der Reise: Wir saßen am späten Nachmittag gemütlich bei einem Kaffee auf dem Pooldeck, als uns auffiel, dass die Bedingungen für den Sonnenuntergang perfekt waren: Wellenhöhe unter einem Meter, keine einzige Wolke am Himmel. Also beeilten wir uns, nach oben zu kommen, wo sich bereits ein paar andere Gäste versammelt hatten, um das Schauspiel zu knipsen. Und so wurden wir Zeugen eines der seltensten Phänomene, von dem viele Menschen noch nicht einmal wissen, dass es existiert: Dem grünen Blitz.

Wenn die Sonne versinkt und man absolut freie Sicht auf den Horizont hat, erscheint das letzte Aufblitzen des Lichts grün. Das liegt an der Erdkrümmung und der damit verbundenen Lichtbrechung. Manche Fotografen jagen viele Jahre einem grünen Blitz hinterher und ich weiß jetzt auch, warum. Bei der Aufnahme haben unsere Handykameras gründlich versagt. Doch ich weiß, dass ich ihn mit meinen eigenen Augen gesehen habe, deshalb werde ich mich immer an diesen Moment erinnern.

Von Jamaika nach Hamburg – Wal statt „Rossini mal anders“

Weiter ging es nach Amber Cove im Norden der Dominikanischen Republik. Dabei handelt es sich um ein Hafenterminal, das die Carnival Corporation dort gebaut hat, um große Kreuzfahrtschiffe abzufertigen. Da sich mein Mann leider einen viralen Infekt zugezogen hatte, haben wir unseren Tag an Bord verbracht. Ich habe den Vormittag genutzt, um am dritten Buch meiner  Reihe „Kreuzfahrt-Liebe“ zu arbeiten und nachmittags bin ich dann  kurz durchs Terminal geschlendert, um wenigstens ein paar Souvenirs zu kaufen.

Neben zahlreicher Geschäfte verfügt das Terminal über einen Poolbereich und ein paar Restaurants. Somit entspricht es den Bedürfnissen des meist amerikanischen Publikums, dass nur mal kurz vom Schiff fallen will. Um die Anlage herum gibt es nichts, außer Dschungel und Buschwerk. Am besten bucht man also einen Ausflug, denn man kann in der Provinz Puerto Plata einige schöne Dinge unternehmen. Oder man nimmt ein Taxi zu einem der langgestreckten Traumstrände, für die die Dominkanische Republik berühmt ist. Wie wir von Mitreisenden gehört haben, lohnt sich ein Besuch der Stadt Puerto Plata hingegen nicht sonderlich.

Die Erkrankung meines Mannes hielt mich nicht davon ab, zum „Rossini mal anders“ zu gehen, welches wir reserviert hatten. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn sonst hätte ich den Anblick des springenden Wals bei der Ausfahrt aus Amber Cove wohl verpasst. Auf der Reise hatten wir immer wieder das Glück, Wale und Delfine zu sehen, deren Anblick für so manchen Glückmoment bei etlichen Passagieren sorgte.

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Foto: AIDAluna Amber Cove

Von Jamaika nach Hamburg – das neue Hafenterminal im amerikanischen Stil

Nach einem weiteren Seetag stand für uns Ocho Rios auf dem Programm. Da wir schon öfter auf Jamaika waren, kannten wir bereits die üblichen Touristenattraktionen (Dunn’s River Falls, Bob Marley Mausoleum in Nine Miles, Botanischer Park Mystic Mountain, etc.). Außerdem ging es meinem Mann noch nicht besser, deshalb war ich vormittags im Ortskern. Nach einem Besuch im Supermarkt gab es für mich erstmal ein typisch jamaikanisches Mittagessen in einer einheimischen Snackbar, bestehend aus scharfem Jerk Chicken und dem jamaikanischen Nationalgericht Curry Goat (Ziegenfleisch in kräftiger Curry-Sauce) an Reis und Bohnen. Ich liebe jamaikanisches Essen! Speziell die scharfe Würzpaste Jerk hat es mir angetan. Wer gerne scharf isst und sich an unbekannte Gerichte herantraut, sollte sie beim nächsten Jamaika-Besuch unbedingt probieren. Es lohnt sich. 🙂

Ocho Rios besitzt seit dieser Saison ebenfalls ein Hafenterminal im amerikanischen Stil. Das bereits seit einigen Jahren existierende Margaritaville-Restaurant wurde in das neue Terminal integriert. Hinzugekommen sind etliche Shops und Restaurants, eine Touristeninformation sowie ein Parkplatz, um die Touren per Ausflugsbus oder Taxi reibungsloser zu organisieren. Wer Ocho Rios von früheren Reisen kennt, weiß, welches Chaos auf dem alten Parkplatz immer geherrscht hat. Das Margaritaville verfügt über einen eigenen Pool mit Wasserrutsche und einen kleinen Strandabschnitt. Da es meinem Mann etwas besser ging, verbrachten wir dort unseren Nachmittag.

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Foto: Margaritaville Ochos Rios

Von einigen Mitreisenden hatten wir gehört, dass der Eintritt zum Margaritaville-Strand kostenpflichtig sei. Anscheinend wird dort eine Gebühr erhoben, wenn man im Restaurant nichts verzehrt. Da wir uns ein jamaikanisches Red Stripe und als Snack ein paar Pulled Pork-Tacos gönnten, mussten wir für die Liegennutzung nichts bezahlen. Außerdem gibt es dort zwischen den Liegen abschließbare Plastikboxen, in denen man seine Wertsachen verstauen kann und die gleichzeitig als Tisch dienen. Sehr praktisch, wenn man ins Wasser will und niemanden bitten muss, ein Auge auf die Strandtaschen zu werfen.

Da die AIDA dort bis 22:00 Uhr lag, blieben wir bis zum Sonnenuntergang am Strand. Ocho Rios war schon immer eine Reise wert, aber auch sonst hat sich auf Jamaika viel getan, was den Tourismus betrifft. Insgesamt wirkt alles viel aufgeräumter und sauberer, wodurch man sich automatisch sicherer fühlt. Außerdem habe ich bei meinem Besuch im Supermarkt festgestellt, dass es keine Plastiktüten mehr gibt, sondern nur noch Tüten aus Papier. Gleiches gilt für die Strohhalme. Jamaika hat dem Plastik den Kampf angesagt.

Von Jamaika nach Hamburg – ein Strand mit Raucherbereich in Montego Bay

Das konnte ich auch am nächsten Tag in Montego Bay sehen. Es stand ein klassischer Wechseltag auf dem Programm: Die abreisenden Gäste der vorherigen Tour verließen das Schiff, während langsam die Neuankömmlinge zur 18-tägigen Transatlantik-Reise eintrudelten. Das Beste, das man an einem Wechseltag tun kann, ist, abzuhauen und dem Trubel zu entfliehen. Da mein Mann immer noch nicht fit genug für eine größere Tour war, nahmen wir ein Taxi zum Doctor’s Cave Beach. Den Strand hatten wir vor einigen Jahren schon mal besucht. Deshalb wusste ich, dass es sich lohnt, die Schnorchelausrüstung mitzunehmen. Das kleine Riff war damals so gut wie tot. Durch den letzten El Nino waren die Korallen gebleicht, auf dem Grund schwamm viel Müll und an der Wasseroberfläche schillerten Benzinrückstände der angebotenen Watersports-Aktivitäten (Jet Ski, Banana Boat und Co.). Ein trauriger Anblick, doch trotzdem gab es dort eine erstaunliche Anzahl und Vielfalt tropischer Fische.

Dieses Mal war ich positiv überrascht von der Wasserqualität und das Riff erholt sich langsam. An einigen Stellen wuchsen neue, farbenfrohe Korallen nach, was mich als Taucherin besonders freut. Der Müll war fast komplett verschwunden, bis auf einen abgerissenen Karabinerhaken aus Plastik. Mit dem konnte mein Mann direkt unseren defekten Sonnenschirm reparieren, der ständig über uns zusammenklappte, weil der Splint fehlte, der ihn normalerweise oben hält.
Eine weitere Neuerung (zumindest für uns, weil es letztes Jahr noch nicht so war) betrifft das Rauchen am Strand. Das ist auf Jamaika an allen öffentlichen Stränden untersagt, bis auf wenige ausgewiesene Bereiche. Also trollten wir uns nach unserem Lunch in den Raucherbereich des Doctor’s Cave, man kennt das ja aus Deutschland zur Genüge. Wobei ich anmerken muss, dass sich die Deutsche Bahn ruhig mal ein Scheibchen davon abschneiden könnte. #justsaying

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Foto: Doctor’s Cave – Montego Bay

Von Jamaika nach Hamburg – der Karibik-Traum wurde wahr auf Samaná

Nach einem weiteren Seetag erreichten wir die dominikanische Halbinsel Samaná. Eigentlich ist Samaná für die Wale berühmt, die dort zwischen Januar bis Anfang März ihre Jungen zur Welt bringen. Da die meisten Wale sich aber bereits auf ihre Reise nach Norden gemacht hatten, wurde dementsprechend kein Whale Watching mehr angeboten. Deshalb buchten wir über AIDA den Boots-Transfer rüber nach Cayo Levantado, wo wir dreieinhalb Stunden Zeit zum Baden und Entspannen hatten. Cayo Levantado wird, wie alle kleinen Inseln rund um die DomRep, von den Einheimischen gern als „Bacardi-Insel“ angepriesen, weil dort angeblich der Bacardi-Werbespot gedreht wurde.

Wahrscheinlich verkauft sich die Tour dann besser, aber wie dem auch sei. Genau wie Isla Saona oder Isla Catalina, handelt es sich bei Cayo Levantado um einen wahrgewordenen Karibik-Traum. Türkisblaues Meer, Puderzuckersand, leise plätschernde Wellen, Palmen, die sich im Wind neigen… Cayo Levantado ist eine Insel, wie aus dem Bilderbuch. Netter Bonus: Man kann vom Strand aus die AIDA sehen, die vor Samaná auf Rede liegt und wird mit dem Ausflugsboot direkt an der Tenderluke abgeholt.

Von Jamaika nach Hamburg – die Folgen von Hurricane Irma auf Tortola

Auf Tortola zog es uns, wie meistens, wenn wir auf den britischen Jungferninseln sind, zur Cane Garden Bay. Da wir die Katamaran-Touren nach The Baths und zur Nachbarinsel Jost van Dyke schon mal gemacht haben, bleiben wir deshalb meist auf Tortola. Bei der Fahrt zur anderen Seite der Insel bekommt man einen kleinen Eindruck, wie grün und ursprünglich sie noch ist. Die Fahrt geht steil bergauf und es bieten sich ein paar tolle Fotomotive. Cane Garden gehört zu meinen absoluten Lieblingsstränden und wurde  von Hurricane Irma schwer getroffen. Deshalb interessierte uns besonders, wie sich der Strand seitdem verändert hat? Antwort: Komplett!

Von den alten Bars und Restaurants, damals alles Holzhäuser, existiert kein einziges mehr in seiner früheren Form. Alles wurde neu aufgebaut, wesentlich solider, mit Beton und dicken Stahlträgern. Trotzdem hat der Strand nichts von seinem unbeschwerten Urlaubsgefühl eingebüßt. Nur, dass die alte Friedhofsmauer, die sich am Strand entlang zog, durch Stahlblech ersetzt wurde, stört ein wenig die Postkartenidylle. Erst, wenn man sich vom Strand wegbegibt und die Häuser in der zweiten Reihe, auf der anderen Seite der Straße betrachtet, wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Schäden an den Gebäuden und zahlreiche umgestürzte Bäume belegen, mit welcher Wucht Hurricane Irma dort gewütet hat.

Von Jamaika nach Hamburg – am Strand oder am Flughafen? St. Maarten

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Foto: Am Strand von St. Maarten

Der Name der letzte karibische Insel unserer Route ist wie kein zweiter mit Hurricane Irma verknüpft: St. Maarten. Bzw. St. Martin, wie der französische Teil der Insel heißt. Wir blieben jedoch im holländischen Teil und fuhren mit dem Taxi zum Maho Beach. Er liegt am Princess Juliana Airport und ist der weltweit einzige Strand, der direkt an der Start- bzw. Landebahn eines Flughafens liegt. Nirgendwo sonst kann man kleinere Flugzeuge und große Jets aus nächster Nähe erleben und dabei in türkisblauem Wasser planschen. Außerdem ist das Essen im Sunset Bar and Grill, dem großzügig geschnittenen Restaurant am Strand, absolut empfehlenswert. Dort gibt es mit die besten Burger der Karibik, aber auch die Pizza aus dem Holzofen ist wirklich gut.

Sowohl der Flughafen, als auch das Restaurant und weite Teile der Insel, wurden von Hurricane Irma fast vollständig zerstört. Überall sind die Schäden noch deutlich sichtbar. Andererseits war es erstaunlich, wie viel bereits wieder aufgebaut worden ist. Anderthalb Jahre nach dem Wirbelsturm hat sich St. Maarten zurück in die Normalität gekämpft. St. Maarten war schon immer eine lebensfrohe, karibisch-bunte Urlaubs-Insel und hat sich die Lebensfreude nicht nehmen lassen. Die Hafenpromenade von Philipsburg erstrahlt in ihrem alten Glanz und ein Stadtbummel bildete den Abschluss unserer Karibik-Tage.

Von Jamaika nach Hamburg Teil I – Mein Fazit:

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AIDAluna in der Karibik

Wir lieben die Karibik und haben schon mehrere Karibik- und Mittelamerika-Touren gemacht, deshalb fiel es uns schwer, Abschied davon zu nehmen. Aber nicht nur uns ging es so, man merkte vielen Mitreisenden eine gewisse Wehmut an. Doch für die Luna und ihre Passagiere stand nun die Überquerung des Atlantiks auf dem Programm. Für mich persönlich war es die achte, um genau zu sein. Was wir erlebt haben, lesen Sie im zweiten Teil meines Reiseberichts, der hier im Blog am 01. Mai 2019 erscheinen wird.

Alle Infos zu Clara und ihren Buchprojekten – Reisegeschichten mit Herz und Happy End – gibt es hier.

Alle Fotos wurden mir von Clara Gabriel zur Verfügung gestellt. 

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