Sandskulpturen

Sandskulpturen – „Sie sind ja besser als Christo! Nein, anders!“

Sandskulpturen: Am Strand im Heimathafen Travemünde

Neulich hatte ich am Strand im Heimathafen Travemünde eine interessante Begegnung mit einem maritimen Künstler. Dieter Schröder läuft Sandskulpturen. Schnell kamen wir ins Gespräch. Für eine Passantin lief er gerade ein Herz. Am nächsten Morgen war das Kreuzfahrtschiff Braemar in Travemünde eingelaufen, was von dem Künstler ebenfalls im Sand festgehalten wurde. Da mich seine Arbeit neugierig machte, bat ich Dieter Schröder um ein Interview für meinen Blog, um seine Arbeiten weiter bekannt zu machen.

Sandskulpturen: Wie wird man ein Sandkünstler?

BS: „Sie nennen sich selbst einen Sandkünstler. Wie kam es dazu und was machen Sie sonst darüber hinaus?“

DS: „Das Arbeiten im Sand, mit Sand fing schon als Kind an. Ging es zum Strand, wurden von den meisten Kindern Sandburgen gebaut. Meine Passion war aber, da auf dem Dorfe in Schleswig-Holstein aufgewachsen, die Bauernarbeit, das Pflügen nachzuahmen und Flächen mit dem Löffel zu bearbeiten oder nur durch den Sand zu Laufen.
Immer wenn es zum Strand ging war dieses angesagt. Irgendwann kamen die schlurfenden Schritte dazu und die Sonne tat ihr übriges. Später im Leben kam die Kunst dazu, die Umweltdiskussion und der, die Gedanken der Veränderungen in der Landwirtschaft und auf unserem Globus, so dass diese Form der Sandskulpturen mich bis zum heutigen Tage faszinieren. Das Licht (Sonne), das Wasser und der Mensch verändern die temporär erstellte Skulptur relativ schnell.

Ich bin aber auch Maler und Bildhauer. Seit jungen Jahren war die Kunst bei mir von großem Interesse.
Die erstellten Modelle aus Gips, Beton oder Holz lasse ich in Bronze gießen, weil dieses Material für mich einem unübertreffbaren Charakter hat.“

Sandskulpturen: Die Produktionsdauer

BS: „Wie lange brauchen Sie, um eine Sandfigur zu erlaufen?“

DS: „Je nach Größe der Skulptur ist der Zeitraum für die Erstellung unterschiedlich. Damit man vernünftige Fotos machen kann, denn alle Skulpturen werden fotografiert – auch der Entstehungsprozess – sollte eine Größe von ca. 8,00 m vorhanden sein. Jedoch wurden auch schon monumentale Skulpturen bis 100 m und mehr erlaufen, auch für Drohnenaufnahmen. Für eine Sandskulptur (Spirale) von 30 m Durchmesser – wie auf dem Foto – benötige ich in der Regel 20 bis 30 Minuten.

Sandskulpturen – wo kann man sie live sehen?

BS: „Wo und an welchen Orten entstehen die Skulpturen? Gibt es eine Terminübersicht?“

DS: „An den Stränden Europas. Die Orte sind in meinem Bildband aufgeführt. Eine Terminübersicht gibt es nicht, aber man kann für besondere Anlässe mit mir Termine vereinbaren.
Ansonsten werden immer spontan die Skulpturen erstellt und die Leute können diese sehen und sind meistens überrascht und begeistert. So wie Sie heute hier in Travemünde.“

Sandskulpturen – bekommt ein Sandkünstler auch Feedback?

BS: „Gibt es Feedback der Zuschauer und mögen Sie uns eine Begegnung mit dem Publikum schildern?“

DS: „In vielen Fällen bekommt man Zuspruch und positive Bemerkungen, wenn die Leute es verstehen oder erklärt bekommen, bis hin zum Applaus. Ich möchte gern zwei Begebenheiten schildern.

Foto: Spiralen auf Acryl

Ein Vater kam mit seinem Sohn zur Reling an den Strand, wo ich stand und Fotos von der Sandskulptur machte. Der Sohn fragte seinen Vater, wer die Skulptur gemacht hätte. Der Vater erklärte, dass es eine große Maschine gewesen wäre, die die Kreise hergestellt hatte. Mein Einwand, dass es kein Kreis, sondern eine Spirale sei, ließ der Vater nicht gelten. Übrigens auch nicht, dass ich die Skulptur erschaffen hätte. Ich ging daraufhin zu meinem Kunstwerk und setzte meine Arbeit fort. Der Vater zog seinen Sohn daraufhin mit sich fort. Mein Angebot, hier könnte er Kunst sehen und betreten, lehnte er ab. Eine schönere Begebenheit war die Geschichte mit einer Zuschauerin, die meinte ich sei besser als Christo. Nein, anders, war meine Antwort darauf gewesen.“

Sandskulpturen – Informationen zum Bildband

DS: „Mutatio (Veränderungen) 35 Grad (Schüttwinkel des Sandes) ist ein Bildband von mir und zeigt Sandskulpturen, Malerei im Sand an den Stränden Europas. Die Sandskulpturen sind mit den Füßen (schlürfenden Schrittes) oder mit Gegenständen – Stöcken, Schaufel u. a. bis hin zur Kunststoff -Flasche- im Sand erstellt werden. Die Skulpturen leben vom Licht und Schatten und entfalten ihre optische Kraft bei tiefstehender Sonne. Je nach Lichteinfall verändern sich diese. Des weiteren werden die Fotos der Skulpturen auf Bildträger gedruckt.
Weiterhin werden auch die Sandskulpturen (Spiralen) als Bilder – Radierungen, Malerei auf Leinwand mit Acryl- erstellt. Einiges ist im Bildband abgebildet und nicht zuletzt auch Sandskulpturen mit der Drohne aufgenommen.“

 

Information:

Der Katalog kostet 37,00 Euro (Herstellungskosten) und kann unter der Adresse dieter.schroeder@db-gmbh.com bestellt werden und wird dann per Post zugestellt.
Eigene Widmung inklusive, auf Wunsch mit Ihren Angaben.

 

 

Ich bedanke mich bei dem Künstler Dieter Schröder und seiner Frau, Friedegard, die ich auch kennenlernen durfte, und wünsche ihnen noch viele kreative Strandspaziergänge. Vielleicht sehen wir uns irgendwo an einem Strand in Europa mal wieder.

Das Titelbild meines Blogs wurde mir von madle-fotowelt zur Verfügung gestellt, alle Bilder der Kunstwerke von Dieter Schröder selbst. 

 

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4 thoughts on “Sandskulpturen – „Sie sind ja besser als Christo! Nein, anders!“

  1. Michael PFEFFER says:

    Tolle Arbeiten die der Künstler hier abliefert bzw. entstehen lässt. Bisher kannte ich nur die Sandwelten in Warnemünde. Bis bald in Frankfurt. Lg. Mike

    • Brina Stein says:

      Hallo Mike, ja die Arbeiten von Herrn Schröder haben mich gleich begeistert! Lange dauert es nun nicht mehr bis zu unserem Wiedersehen, lg und schönen Sonntag, Brina

  2. Nicole says:

    Schöner Bericht

    • Brina Stein says:

      Danke 🙂

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