Landgang in den Kitzbüheler Alpen: 1828 Meter über Adria

Im Rahmen einer Wohnzimmerlesung führte mich meine Reise vom 20.-24. Juni 2018 ein paar Tage nach Wörgl in Tirol in die Kitzbüheler Alpen.

Foto: „Kapitän“ Mike lud mich nach Österreich in seine Außenkabine mit Bergblick ein.

Ich war schon lange – wen wundert es als Kreuzfahrtautorin – nicht in den Bergen gewesen. Doch ich freute mich sehr darauf, wenn auch die Ankündigung von Lesungsgastgeber Mike mich ein paar Tage vor Reisebeginn schockte. Er plante nämlich für mich einen Besuch des Berges Hohe Salve, stolze 1828 Meter über Adria. Tapfer versuchte ich meine Höhenangst unter der ich seit einigen Jahren leide, zu verdrängen.

Landgang in den Kitzbüheler Alpen – die Stadt Wörgl

Foto: Ein echter Hingucker: Das Gebäude in der Bahnhofsstraße, welches die Stadtapotheke beheimatet.

Am Freitag hatte ich tagsüber Gelegenheit, die Stadt Wörgl zu erkunden. Mit knapp 14.000 Einwohnern liegt sie ca. 55 Kilometer Luftlinie von Kufstein entfernt.

Bereits 1104 / 1116 fand Wörgl unter dem Namen „Uuergile“ seine urkundliche Erwähnung. Im Internet als Shopping-Paradies angepriesen, machte ich mich auf in die Bahnhofsstraße. Ich wurde nicht enttäuscht, hatte aber wenig Lust einzukaufen.

Viel interessanter fand ich die Wörgler Meilensteine, ein Bildungsprojekt der Stadt, die überall in dieser Straße zu finden waren. Sie führten mich auf einen Weg durch die Zeiten und die Infotafel am Hauptbahnhof klärte zusätzlich über dieses Projekt auf.

Wolfgang Amadeus Mozart besuchte übrigens Wörgl lange Zeit vor mir und schrieb von hier seinen ersten, noch erhaltenen Brief an seine Schwester Nannerl, anbei ein Auszug:

Wirgel, den 14. Dezember 1769
Meine liebste Schwester.

Wir sind in wirgel Gott sei Dank sehr gut angekommen. Wenn ich die Wahrheit berichten soll, muss ich also sagen, dass das Reisen auf diese Weise recht vergnüglich ist, dass es nicht kalt und in unserem Wagen warm wie in einem Zimmer ist….

… In Lofer haben wir zu Abend gegessen und bei Herrn Helmreich, der hier Pfleger ist, übernachtet. Seine Gattin ist eine liebe Frau, sie ist die Schwester des Herrn Moll.

Ich bekomme Hunger, habe große Lust auf Essen. Lass es dir mittlerweile gut gehen, leb wohl!

Wolfgang Mozart

Landgang in den Kitzbüheler Alpen – Hunger wie Mozart

Nachdem ich zwei Stunden durch die Stadt gestreift war, ging es mir wie Mozart, ich hatte Hunger! Auswahl gab es genug, doch ich suchte nach einer Tiroler Spezialität. Fündig wurde ich schließlich im Gasthof weißes Lamm. „Bladle mit Kraut“ hatte ich auf einem Aufsteller vor der Eingangstür gelesen und genau das wollte ich probieren. Ich wurde nicht enttäuscht. Bei „Bladle“ handelte es sich um frittierte und gut gewürzte Kartoffeltaschen, die mit Sauerkraut gereicht wurden. Es war ein deftiges und reichhaltiges Essen, welches ich absolut genossen habe.

Anbei ein Link zu dem traditionellen Rezept aus Tirol, auch wenn hier die Schreibweise ein wenig variiert:

Tiroler Blattl mit Sauerkraut

Landgang in den Kitzbüheler Alpen – auf geht´s auf die Hohe Salve

Foto: „Mutmach-Obstler“ im Alpengasthof Hochsöll mit Hildegard und Mike

Am Tag nach der Lesung war es dann so weit und keine Ausrede zählte. Ich musste auf 1.828 Meter über Adria. Um 10 Uhr saß ich gemeinsam mit Mike und seiner Frau Hildegard in einer kleinen Gondel. Mit dem Rücken zum Tal war es erträglich und die Zwei versuchten wirklich alle Methoden, um mich abzulenken. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir die Mittelstation und ich wurde mit einem Obstler für meinen Mut belohnt.

Dann ging es nochmal gut 15 Minuten mit der Gondel hinauf bis ganz nach oben auf 1.828 Meter. Ich war ehrlich gesagt froh, die Salvenkirche, die nach Johannes dem Täufer benannt ist, zu erblicken. Sie ist die höchst gelegene Wallfahrtskirche Österreichs und wir hatten das Glück, dort eine Hochzeit zu sehen.

Die Hohe Salve verspricht die beste Aussicht über die Kitzbüheler Alpen und ich wurde nicht enttäuscht.

Danach kehrten wir auf der Außenterrasse der Die UMADUM STUBN ein, die eine Plattform aus Holz mit gemütlichen Bänken bot, die sich stetig um 360 Grad dreht. Eine Drehung dauerte ungefähr eine Weißbierlänge.

Doch auch die sanitären Anlagen der Gipfelalm boten beste Ausblicke.

Wir fuhren mit der Gondel zurück zur Mittelstation und erkundeten zunächst den Hexenwasser-Parcours. Dabei handelte es sich um ein Freizeitgelände mit Wasserspielen und einem Barfuß-Erlebnispfad. Alles Stand ganz im Zeichen der Ladys auf dem Besen und zu meiner Freude sah ich auch eine, die eine geführte Kindertour machte. Hex, hex, war hier das Motto.

Zum Mittag gab es original Tiroler Pressknödel, einfach lecker.

Zurück im Tal besuchten wir noch die kleinste Gemeinde in Österreich, Rattenberg, die berühmt für ihre Glaskunst ist. Sie hat nur 400 Einwohner, verfügt aber über eine romantische Innestadt, durch die wir gern schlenderten.

Foto: Aufgenommen in Rattenberg in der Glasbläserei Kissinger.

 

 

 

 

 

Mein Fazit: Auch wenn ich der „Meer-Typ“ bin und bleibe, waren es spannende Tage in Tirol bei bestem Sommerwetter. Mit einer Fahrzeit von 2 Stunden 40 von Passau oder mit 2 Stunden 30 von Linz aus mit dem PKW, ist es sicher zu weit für einen Ausflug im Rahmen einer Flußkreuzfahrt auf der Donau. Aber vielleicht ist Wörgl eine Destination für einen Aufenthalt davor oder danach?

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Mein Blog zur TUI LiteraTour auf der Donau mit Kooperationspartner Boris Noruschat von Kreuzfahrtunikate / Deine Ankerkette :

05.-10.04.14 LiteraTour mit der TUI Melodia auf der Donau

 

 

 

 

 

 

Comments:

  1. Mike Pfeffer says:

    Servus Brina. Ich entnehme aus deinem Blog das es dir bei uns in den Bergen gut gefallen hat. Auch deine Wohnzimmer Lesung ist bei allen Beteiligten sehr gut angekommen. Für Hildegard und mich waren es fantastische Tage mit dir.

    • Brina Stein says:

      Danke, es war wirklich schön und ich freue mich auf ein Wiedersehen in Frankfurt im November, liebe Grüße, Brina