Landgang im Rheingau: Verliebt in ein Lama und eine Nacht zwischen „Katz“ und „Maus“

Letztes Wochenende war ich gemeinsam mit Autorin Christiane Landgraf auf Landgang. Anstatt in die Ferne dieser Welt zu schweifen, erkundeten wir die Kulturlandschaft des Rheingaus zwischen Eltville und St. Goarshausen.

Rebflächen von 3.000 Hektar zeichnen den Rheingau zu einem der bedeutendsten Weinanbaugebiete Deutschlands aus. Doch wir fanden viel mehr als Wein, aber natürlich auch Wein.  🙂

Unterwegs waren wir mit meinem kleinen Fiat 500, dem „Wellengeflüstermobil“.

           Foto: Christiane Landgraf

Landgang im Rheingau: Verliebt in ein Lama

Die erste Station war der Eventhof Kisselmühle von Alexandra und Frank Messing. Die Mühle liegt ca. 1.500 Meter hinter dem Kloster Eberbach versteckt. Ein kleiner holperiger Feldweg bescherte ein Off-Roadabenteur und bereits auf dem Weg dorthin wurde klar, worum es die nächsten drei bis vier Stunden gehen würde: Eine 4  & 8 Sohlentour mit Lamas!

Wir wurden von Marie empfangen, die uns auch die nächsten Stunden betreute. Als erstes durften wir mit ihr in die Lamaschule. Es galt zu lernen, welche Unterschiede es zwischen Lamas, Alpakas, Kamelen und Dormedaren gibt. Ebenso erfuhren wir, wann ein Lama spuckt und wie sich diese Tiere untereinander und gegenüber Menschen verhalten. Das war schon richtig spannend.

Dann ging es los, wir durften zu den „Mädels“ auf die Wiese. Bewaffnet mit ein wenig Heu näherten wir uns erst zögerlich, aber Marie hatte uns natürlich auch erklärt, warum Lamas nicht beißen können. Die „Mädels“ fanden uns – und vor allem das Futter – natürlich spannend und näherten sich daher gern. Es war insgesamt eine sehr relaxte Atmosphäre. Marie kannte alle Lamas mit Namen und natürlich auch ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen. Einen wichtigen Hinweis entdeckte ich am Gatter der Tiere, doch er nützte nichts 🙂 .

Mit den Hengsten „Zottel“ und „Kleiner Onkel“ ging es dann fast drei Stunden über Kloster Eberbach durch die Wälder des Rheingaus. „Kleiner Onkel“ war das Lasttier, was stets „Zottel“ folgen mußten. So sah es die Rangordung der Tiere vor. Blieb „Zottel“ stehen, ging auch „Kleiner Onkel“ keinen Schritt mehr. Streicheln durfte man die Lamas auch, ganz zärtlich am Hals, das liebsten sie. Auch mußten wir darauf achten, dass sie unterwegs kein Gras fraßen. Wir selbst hatten nach der Hälfte der Zeit vor einer urigen offenen Hütte eine Brotzeit mit Bretzeln, Spuntekäs, frischem Gemüse, Wasser und Wein. Es war natürlich ein Wein, der im Rheingau angebaut war. Einfach herrlich. „Zottel“ und „Kleiner Onkel“ beobachteten uns beim Picknick. Zurück an der Kisselmühle fiehl der Abschied von den Tieren schwer, aber an diesem Tag wartete noch mehr auf uns und ein baldiges Wiedersehen mit „Kleiner Onkel“ ist schon in Planung, denn ich habe mich an diesem Nachmittag verliebt.

 

 

 

 

 

Landgang im Rheingau: Cabrio-Tour von Eltville nach St. Goar

In der nächsten Stunde fuhren wir von Eltville aus das rechte Rheinufer hinauf: Bingen – Rüdesheim – Lorch – Bacharach bis St. Goarshausen, um nur einige Städte zu nennen, die wir passierten. Fast hinter jeder Biegung sahen wir hoch über uns Burgen und auf dem Rhein erfreulicherweise das eine oder andere Flusschiff. Christiane war das erste Mal im Rheingau und sie war sehr beeindruckt von der Landschaft und ihren Bauwerken. Ich kam 2003 das erste Mal hierher und besuche diese Gegend seitdem immer wieder gern.

In St. Goarshausen nahmen wir die Lorely-Fähre, um den Rhein zu überqueren. Sie pendelte an diesem Samstagnachmittag permanent zwischen den beiden Ufern. Die Überfahrt dauerte kaum 5 Minuten, dann hatten wir die Stadt St. Goar und unser Übernachtungsziel schon fast erreicht.

Foto: Der berühmt Lorely-Felsen mit Burg Katz von der Fähre aus. Auch zahlreiche Flusskreuzfahrten bieten diese einmalige Passage an. Gespielt wird dann oft das Lied der Lorely und der Landgang findet meistens in Rüdesheim statt.

 

 

Landgang im Rheingau: Eine Nacht zwischen „Katz“ und „Maus“

Eine Nacht zwischen „Katz“ und „Maus“ kann man auf Romatik Hotel Schloss Rheinfels verbringen, denn die Burgruine (Entstehungszeit geht auf 1245 zurück), liegt zwischen den Burgen Katz und Maus, die sich auf der anderen Seite des Rheins befinden. Von unserem Zimmer, Heinrich Heine (wie passend für zwei Autorinnen) hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Rhein und die alten Festungen.

Foto: Burg Katz trug eigentlich den Namen Burg Neukatzenelnbogen, der Volksmund hat dies auf Burg Katz verkürzt, erbaut ab ab 1360.

Foto: Burg Maus erhielt den Namen vom Grafen von Katzenelnbogen, der zunächst ja Burg Katz erbaut hat.

Beide Burgen sind Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Für uns war erst mal relaxen angesagt. Zunächst auf dem großen Balkon mit dem wunderschönen Ausblick, dann bei einem Saunagang im Wellnessbereich. Das Hotel verfügt auch über ein Dampfbad, ein Innenschwimmbad und einen schönen Ruhebereich mit Liegen im Außenbereich.

Foto: Auf dem Balkon unseres Zimmers, näher kann man dem Fels nicht sein.

Zum Abendessen ging es dann hoch oben auf die Burg ins Schlossrestaurant „Auf Scharffeneck“ und wir genossen ein vorzügliches Abendessen mit gutem Service. Der Ausklang des Abends – wie konnte es auch anders sein – fand dann auf unserem Balkon mit Blick auf ein wahres Lichtermeer über dem Rhein statt.

Mein Fazit: Rheingau – wir kommen wieder, auch wenn sich der Sonntag leider regnerisch zeigte und der geplante Bootstörn im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel. Ein schöner Spaziergang in Wiesbaden brachte aber die Sonne und den blauen Himmel zurück.

Korrekturhinweis: Der Rheingau geht nur bis Lorch, danach beginnt das Mittelrheintal.

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Comments:

  1. Gaby Schäfer says:

    Sachlich nicht so ganz korrekt… der Rheingau geht nur bis Lorch, danach beginnt das Mittelrheintal.

    • Brina Stein says:

      Vielen Dank liebe Gaby Schäfer, ich habe am Ende des Artikels eine Korrektur eingebaut, viele Grüße Brina Stein